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Kurzer Blick auf die anatomische Differenzierung der Psilophyten

  • Bruno Huber

Zusammenfassung

Nach dem heutigen Stand unserer Kenntnisse sind alle höheren Landpflanzen aus dem Formenkreis der Psilophyten (Nacktfarne) hervorgegangen, welche als Nachkommen im Wasser oder der Brandung lebender Algen in der Devonzeit das feste Land erobert haben. Ihre teils bandförmigen (Taeniocrada, Zosterophyllum), teils drehrunden Sprosse teilen sich wiederholt gabelig und besitzen, wenigstens bei den primitiven Ausgangsgattungen Rhynia und Hornea, noch keine Blätter (daher „Nacktfarne“). Ein Teil von ihnen kriecht im oder auf dem Substrat (Schlammboden),
Abb. 40

Quer- und Längsschliff durch einen Luftsproß von Rhynia. ph Phloem; x Xylem; e Epidermis; oc äußere Rinde; ic innere Rinde. (Nach Kidston und Lang)

ein anderer erhebt sich an die Luft. Morphologisch und anatomisch sind aber diese Erd- und Luftsprosse voneinander wenig unterschieden, so daß erstere eher als Rhizome (Erdsprosse) denn als echte Wurzeln zu betrachten sind. Das Fehlen von Blättern schließt die später übliche Beteiligung solcher an der Bildung der Fortpflanzungsbehälter (Sporangien) aus; diese entstehen vielmehr wie bei manchen Algen endständig, so wie das heute noch bei den Sporangien der Moose der Fall ist. Als Anpassung ans Landleben reicht aber das sporenbildende Gewebe (Archespor) nicht bis an die Oberfläche, sondern wird von ein- bis mehrschichtigen sterilen Wandungen geschützt, bisweilen auch von einer sterilen Mittelsäule (Columella) durchzogen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG Berlin · Göttingen · Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • Bruno Huber
    • 1
  1. 1.Universität MünchenDeutschland

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