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Erdöl pp 1-3 | Cite as

Einleitung

  • K. Krejci-Graf
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 28)

Zusammenfassung

Bekannt waren Erdöl und verwandte Stoffe (Bitumina: Erdteer, Erdpech = Asphalt, Erdwachs = Ozokerit) schon seit Urzeiten. In der Altsteinzeit Mesopotamiens wurden scharfrandige Stücke von Feuerstein oder Obsidian in Asphaltgriffe gekittet und vermutlich als Sicheln verwendet. Pfahlbauern kitteten mit Asphalt Steinwerkzeuge an Holzstiele und Ornamente aus Birkenrinde oder Perlen auf Gefäße. — Die Sumerer verwendeten Asphalt im Straßen- und Wasserbau. Ägypter und Peruaner verwendeten Erdpech bei der Herstellung der Mumien. Ägypter, Babylonier (I. Mos. 11, 3), Azteken und Peruaner der Vor-Inka-Zeit nahmen Erdpech als Mörtel; die Alt-Peruaner benutzten es auch, um Tongefäße wasserdicht zu machen. Uralte babylonische Sagen erzählen von Erdpech: In der Sintflut-Sage des Gilgamesch-Epos wird die Arche mit Erdpech gedichtet (I. Mos. 6, 14); die Mutter Sargons I. setzt ihr Kind in einem mit Erdpech gedichteten Binsenkörbchen im Fluß aus (II. Mos. 2, 3). — Später erzählen jüdische und arabische Sagen vom Erdöl: Der Feuerofen, in den Schadrach, Meschach und Abed-Nego geworfen werden, ist mit Naphtha geheizt (Daniel 3, 46 Vulg. = 3,22 bis LXX; fehlt im hebräischen Text). — Nehemia läßt ein „dickes Wasser“ genannt (LXX: τουτο; Vulg.: locum) Nephthar, über Holz und Opfer gießen und als die Sonne „heraufgekommen war und die Wolken vergangen, da zündete sich ein großes Feuer an“ (II. Makk. 1, 20–36; vergl. I. Kön. 18, 34–38). — Im Targûm Scheni zu Esther gibt die Königin von Saba dem Salomon folgendes Rätsel auf: „Staub von der Erde wird ausgegossen wie Wasser und erleuchtet das Haus“; Salomon antwortet: „Naphtha“. — Auch vom Alexanderzug wird Erdöl und Erdgas erwähnt. — Griechisches Feuer wird wohl zuerst von Plinius (Historia naturalis II, 104) bei der Belagerung von Samosata erwähnt. Später hatte Byzanz Flammenwerfertruppen und Brander, die mit Erdöl arbeiteten. — Nach chinesischen Berichten wird in Tzeliutsin in Szetshwan schon seit 2000 Jahren in den Feuerbrunnen (Ho Tsin) neben Salzsole auch Erdgas und etwas Erdöl gewonnen.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • K. Krejci-Graf
    • 1
  1. 1.Geologisch-Palaeontologisches Institut der UniversitätFrankfurt/M.Deutschland

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