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Der Spulwurm führt uns auf Wachstum, Form und Farbe der Lebewesen

  • Richard Goldschmidt
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 3/4)

Zusammenfassung

Meine gute, alte Tante, die so gar nicht verstehen konnte, weshalb ich, anstatt rechtschaffen mein Brot zu erwerben, mich auf eine so brotlose Kunst versteifte, wie es die Naturforschung einmal ist, frug mich einst: „Ja, hast du denn immer noch nicht alle Katzen und Hunde aufgeschnitten und gesehen, wie sie inwendig ausschauen?“ Damals war ich sehr beleidigt und meinte, daß sie doch nicht das richtige Verständnis für meine Wissenschaft habe. Aber wer weiß, vielleicht lag doch ein tiefer Sinn in der naiven Frage: mehr oder minder sind doch alle Tiere wie Katze und Hund; sie atmen, fressen, verdauen, bewegen sich, fühlen und vermehren sich, und so werden sie ja wohl alle „inwendig“ mehr oder minder gleich sein: wenn man eines richtig „aufgeschnitten“ hat, sollte man sie sozusagen alle kennen. Wenn wir das nicht gar so wörtlich nehmen, sondern nur so im großen und ganzen an die wichtigsten Abläufe des Lebens denken, so ist das auch wahr. Wäre dem nicht so, dann könnten wir ruhig die Feder niederlegen; es wäre ja dann sinnlos, durch Vermittlung irgendeines Lebewesens, Spulwurm oder Mensch, in die Wissenschaft vom Leben eindringen zu wollen. So wollen wir uns denn einmal unsere Ascaris etwas genauer ansehen, sie auch aufschneiden, um zu erkennen, wie verwickelt eigentlich schon die einfachsten Teile ineinander greifen, die ein jedes tierische Wesen benötigt, um zu leben.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • Richard Goldschmidt
    • 1
  1. 1.Zoologisches InstitutUniversity of CaliforniaBerkeleyUSA

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