Qualitative Analyse

  • Werner Brügel
Conference paper
Part of the Wissenschaftliche Forschungsberichte book series (WIFO)

Zusammenfassung

In vielen praktischen Fällen der Anwendung der Ultrarotspektroskopie handelt es sich nicht um das gerade behandelte Problem der Bestimmung oder Sicherstellung der chemischen Konstitution einer Substanz, sondern vielmehr um den qualitativen Nachweis eines Stoffes in einem anderen oder um die Prüfung der Reinheit einer gegebenen Substanz, deren Konstitution bekannt ist. Ausgangspunkt hierfür ist die Erkenntnis, daß das Spektrum eines Stoffes im weitesten Sinn ebenso ein eindeutiges Kennzeichen darstellt wie etwa eine Dichte oder eine sonstige spezifische Eigenschaft. Gegenüber den bisher üblicherweise verwendeten spezifischen Kenngrößen hat das Spektrum noch den besonderen Vorteil, vermöge seiner Zweidimensionalität prinzipiell mehr Aussagemöglichkeiten zu enthalten. Gilt das schon für jedes Spektrum, so für das Ultrarotspektrum ganz besonders. Denn auf Grund der Manifestation von Schwingungen charakteristischer Baugruppen in Banden bestimmter Lage im ultraroten Spektralbereich übernimmt das Ultrarotspektrum sozusagen die Funktionen eines Fingerabdrucks in einem Verbrecheralbum: Wie der Träger des Fingerabdrucks durch ihn in eindeutiger und unverlierbarer Weise charakterisiert und festgelegt wird, genauso wird eine gegebene Substanz durch ihr Ultrarotspektrum eindeutig festgelegt. Stoffe ähnlicher Konstitution und Zusammensetzung werden zwar im allgemeinen auch ähnliche Spektren besitzen, jedoch ist eine Entsprechung bis in feinere Details unwahrscheinlich, es sei denn, die untersuchten Substanzen seien identisch. Für das Vorhaben der qualitativen Analyse auf ultrarotspektroskopischem Weg ist es nun von ausschlaggebender Bedeutung, daß das Spektrum einer Mischung von Stoffen, von ganz bestimmten Ausnahmen abgesehen, im allgemeinen eine einfache additive Überlagerung der Einzelspektren, bezogen auf die Extinktion als charakteristische Kenngröße, ist; die Ausnahmen betreffen Fälle von zwischenmolekularer Einwirkung der Komponenten des Gemisches aufeinander.

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff, Verlag, Darmstadt 1969

Authors and Affiliations

  • Werner Brügel
    • 1
  1. 1.Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AGLudwigshafen a. Rh.Deutschland

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