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Zusammenfassung

Häufiger noch als eine Stauung des Liquors liegt der Schädelinnendrucksteigerung eine Volumenzunahme des Hirns selbst zugrunde. Diese Volumenvermehrung ist auf dem Sektionstisch augenfällig, sie betrifft, wie schon mit unbewaffnetem Auge feststellbar ist, eine oder beide Großhirnhemisphären, kommt auch im Kleinhirn vor, ist im Markweiß der Hemisphären meist wesentlich deutlicher als in den grauen Gebieten der Rinde und der Stammganglien und im Hirnstamm. Beim Aufblick auf das unsezierte Hirn, bei dem es prämortal zu einer Volumenzunahme gekommen ist, imponieren die abgeplatteten Windungen und die verstrichenen Sulci, die den Schluß auf eine Anpressung der Rinde an die Innenfläche der Schädelkapsel zulassen. Genaueres Betrachten läßt ein Vortreten der Hirnteile erkennen, die an Reserveräume, Cisternen, angrenzen, so daß diese Reserveräume von der benachbarten Hirnsubstanz in Anspruch genommen werden. Diese sog. Cisternenverquellungen (Spatz u. Stroescu 1934) sind Ausweichvorgänge infolge der Volumenzunahme des Hirns, sie erreichen nicht selten so erhebliche Grade, daß Hirnteile in benachbarte Schädelgruben vordringen, so z. B. Temporallappenteile in die vordere oder hintere Schädelgrube, basale Stirnlappenpartien und orale Kleinhirnteile in die mittlere oder die Kleinhirntonsillen aus dem Foramen occipitale magnum heraus in den Spinalkanal. Wo Geschwülste Anlaß zu Volumenvermehrung geben, ist diese überwiegend asymmetrisch ausgeprägt, die Geschwulsthemisphäre ist stärker oder auch allein betroffen. Dies führt zum Vorgang der sog. Massenverschiebung (HasenjÄger u. Spatz 1937, Riessner u. Zülch 1939, Tönnis, Riessner u. Zülch 1940, Perret 1941), unter der sowohl Verschiebung von Hirnteilen in sagittaler sowie in seitlicher Richtung zu verstehen ist. Diese Erscheinungen des Volumen cerebri auctum sind bereits äußerlich am Hirn gut sichtbar und lassen nicht selten schon erkennen, ob die Volumenvermehrung eine generalisierte ist, wie sie bei einer Vielzahl neurologischer, psychiatrischer und interner Erkrankungen angetroffen wird, oder ob sie von einem örtlichen Prozeß, einer Geschwulst, einem Absceß, einer Blutung ausgeht und wohin dieser Krankheitsherd zu lokalisieren ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1957

Authors and Affiliations

  • H. Gänshirt

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