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Zusammenfassung

Die besondere anatomische Struktur des Hirnschädels bringt es mit sich, daß jeder raumfordernde Prozeß im Schädelinnern früher oder später zu einem Anstieg des intrakraniellen Druckes führen muß. Unter physiologischen Bedingungen besteht im Schädelinnenraum ein Gleichgewicht zwischen Hirnmasse, Liquormenge und Blutvolumen. Größenordnungsmäßig übersteigt unter Normalbedingungen das Hirnvolumen mit durchschnittlich 1400 cc das des Liquors und das in jedem Augenblick im Schädelinnern vorhandene Blutvolumen. Die Liquormenge wird mit 200 cc angegeben, die sich zu gleichen Teilen in den Ventrikeln und den Sulci bzw. den Cisternen befinden. Die im Gehirn Platz findende Blutmenge beträgt etwa ein Siebentel des Hirngewichtes und entspricht mit 200 cc der Liquormenge. Von der Dynamik her kommt dem Blut die größte Bedeutung zu, weil es am raschesten bewegt wird und mit wesentlich größerer Geschwindigkeit sein Volumen ändern kann als der Liquor. Andererseits vermag sich die Liquormenge unter pathologischen Bedingungen so erheblich zu vermehren, daß sie dem Hirnvolumen gleichkommt oder dieses gar übertrifft. Dies gelingt aber angesichts der knöchern festen Schädelkapsel beim Erwachsenen nur, wenn das Hirnvolumen entsprechend reduziert wird, weil der zur Verfügung stehende Raum als konstant zu betrachten ist. Beim Kind ist ein Raumgewinn zwar noch in erheblichem Umfang möglich, die Druckkräfte des Liquors, die die Schädelkapsel ausdehnen, führen aber auch im Kindesalter immer zu einer Reduktion des Hirnvolumens.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1957

Authors and Affiliations

  • H. Gänshirt

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