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Gesetztes Recht gegen Naturrecht: Die Souveränitätslehre bei Bodin, Althusius, Grotius

  • Carl J. Friedrich
Chapter
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE)

Zusammenfassung

Die philosophische Loslösung des Rechts von seiner religiösen Grundlage hat in seiner ausgesprochensten Form Jean Bodin (1530–1596) vollzogen. Man hat es in neuerer Zeit auf Grund sorgfältiger Textstudien mehrfach unternommen, Bodin als einen im wesentlichen auf überlieferter Basis mit Naturrecht und Verfassungsbrauch aufbauenden Vertreter einer fast mittelalterlich anmutenden Staatslehre darzustellen. Demgegenüber ist daran festzuhalten, daß bei allen Rückfällen und aller Verworrenheit — denn Bodin ist einer der unklarsten Schriftsteller, die die Geschichte der Rechtsphilosophie aufweist — Bodin dennoch an seiner zentralen Auffassung klar festgehalten hat. Diese findet in seiner berühmten Definition ihren Ausdruck, daß „die Souveränität die absolute und dauernde Gewalt in einer Republik“ sei, und daß hinwiederum eine Republik eine „Regierung (gouvernement) fußend auf den Naturgesetzen“ sei, und zwar eine solche mehrerer Haushalte und dessen, was ihnen gemeinsam ist. Die hier im Mittelpunkt stehende souveräne Gewalt (puissance souveraine) wird nun weiter als gesetzgebende Gewalt definiert, und wo es sie nicht gibt, da gibt es keine respublica, kein wirkliches Gemeinwesen, keinen „Staat“ — wie man später zu sagen sich gewöhnte*.

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Literatur

  1. Baudrillart, Henry: Bodin et son temps (1853).Google Scholar
  2. Chauviré, Roger: Jean Bodin, auteur de la république (1914).Google Scholar
  3. Friedrich, C. J.: Johannes Althusius’ Politica (1932).Google Scholar
  4. Gierke, Otto v.: Johannes Althusius und die Entwicklung der naturrechtlichen Staatstheorien (1880).Google Scholar
  5. Huizinga, J.: Hugo de Groot (1925). (Für Althusius und Grotius vgl. auch die umfangreiche Literatur bei Wolf).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Carl J. Friedrich

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