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Recht und Ordnung: Das Problem des Rechtsbruchs

  • Carl J. Friedrich
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE)

Zusammenfassung

Man hat in den allgemeinen Betrachtungen, die man über das Recht angestellt hat, vielfach das Recht vorgestellt als entweder an der Gerechtigkeit oder an der Ordnung ausgerichtet. In der Tat ist die Frage des etwaigen Vorrangs eines dieser beiden Grundwerte nicht von der Hand zu weisen. Denn so erfreulich es ist, wenn das gerechte Gesetz von einem weisen Richter auf den ihm voll entsprechenden Fall angewandt werden kann, so ist doch nicht zu leugnen, daß oft das Gesetz nicht gerecht, der Richter nicht weise oder das Gesetz auf den Fall nicht eindeutig anwendbar ist. In all diesen Fällen entsteht das Problem, ob man die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung als primär anzusehen hat oder nicht. Es ist ein bezeichnendes Merkmal des Positivismus, daß er die Neigung hat, diese Frage in jedem Fall zu bejahen. Das ist in ruhigen und satten Zeiten, wie denen, in denen der Positivismus herrschend war, zu verstehen; die allgemeine Zufriedenheit und die Stabilität aller Wertungen vermindert die Wahrscheinlichkeit eines scharfen Bruchs.

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© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Carl J. Friedrich

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