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Das Recht als Befehl: Hobbes und die Utilitarier

  • Carl J. Friedrich
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE)

Zusammenfassung

Ganz anders als das in der überlieferten Rechtsprechung wurzelnde Rechtsdenken Sir Edward Coke’s ist die Philosophie vou Thomas Hobbes gestaltet. Denn Hobbes besaß nur ganz geringe Kenntnisse des englischen Rechts, weshalb er auch nie von der anglo-amerikanischen Jurisprudenz „rezipiert“ worden ist. Seine Rechtsphilosophie ist trotzdem radikal positivistisch; als einzige Rechtsquelle wird der Wille des Souveräns anerkannt. Dieser Wille ist nun zwar an naturrechtlichen Vernunftregeln ausgerichtet, aber diese Regeln sind eben nur Richtlinien vernünftigen Verhaltens, rules of prudence, die ihre rechtliche Geltung einzig und allein dem Willen des Souveräns verdanken. Denn „diese Naturrechtsregeln (laws of nature), wie Gerechtigkeit, Billigkeit, Bescheidenheit und Gnade, mit anderen Worten, andere zu behandeln, wie wir selbst behandelt sein wollen, sind gegen unsere natürlichen Leidenschaften“, und werden daher nicht beachtet „ohne die Furcht vor einer Gewalt, die dafür sorgt, daß sie befolgt werden“ (Leviathan, Kapitel XVII). An einer anderen Stelle betont Hobbes, daß diese Regeln zu Unrecht als laws oder Gesetze bezeichnet werden; denn law oder Gesetz ist, genau genommen, „das Wort dessen, der das Recht hat, anderen zu befehlen“ (Kapitel XV). Und daher bekommen sie erst dann wirklich Geltungwenn eine staatliche Befehlsgewalt sie für bindend erklärt; denn im Naturzustande haben „die Begriffe von Recht und Unrecht, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit keinen Platz“ (Kapitel XIII).

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Carl J. Friedrich

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