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Zusammenfassung

Jede Rechtsphilosophie ist einer bestimmten philosophischen Gesamtanschauung zugeordnet. Denn sie bedeutet philosophische Besinnung auf die allgemeinen Grundlagen des Rechts. Diese aber kann nur entweder aus einer bereits bestehenden philosophischen Position hervorgehen oder auf sie hinführen. Es ist für die Geschichte der Rechtsphilosophie bezeichnend, aber auch ganz natürlich, daß die Philosophen zur ersten, die Juristen dagegen zur zweiten Art des Vorgehens neigen. Aber nicht alle Philosophie führt zur Rechtsphilosophie oder hat es wenigstens getan. So hat z. B. Descartes über das Recht sehr wenig philosophiert. Und auf der anderen Seite gibt es viele Juristen, die es sich an der vorhandenen Normenwelt genügen lassen und eine philosophische Gesamtanschauung dieser Welt zu gewinnen anderen überlassen oder auch sich an überkommene allgemeine Anschauungen halten. So ist z.B. das common law eine solche auf Überlieferung fußende allgemeine Anschauung vom Recht (s. unten Kapitel X). Es ist unzweifelhaft, daß man ein guter Jurist sein kann, ohne sich über seine Rechtsphilosophie klar zu sein, und ebenso gewiß, daß man ein guter Philosoph sein kann, ohne eine Rechtsphilosophie zu besitzen. Dagegen ist es zu verneinen, wenn behauptet wird, das Recht involviere überhaupt keine Philosophie des Rechts; denn das Recht besteht aus Aussagen, die in Worte gefaßt sind, und diese Aussagen, die man als Urteile zu bezeichnen pflegt, und zwar typisch als normative Urteile, werfen die für alle Urteile bezeichnenden philosophischen Fragen auf.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Carl J. Friedrich

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