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Schlußbetrachtung

  • Günter Kersting
Chapter
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Part of the Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie book series (MONOGRAPHIEN, volume 90)

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit bemühte sich um den Nachweis der Brauchbarkeit der modernen Gewebekulturmethoden zur Aufhellung bisher unklarer Sachverhalte in der Hirngeschwulstpathologie. Möglichkeiten wie Grenzen der neuenForschungsrichtung dürften dabei hinreichend deutlich geworden sein. Das Ergebnis einer betont kritischen Auswertung der eigenen Untersuchungen wie der im Schrifttum niedergelegten Beobachtungen mag enttäuschend sein für denjenigen, der sich mit Hilfe der extracorporalen Geschwulstkultivation eine verbindliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung der Hirngeschwülste und eine Erklärung für ihre unterschiedliche Malignität erhoffte. Aus den von uns eingangs dargelegten Gründen vermag die Methode zur Aufklärung dieser — wesentlich durch die Relation Geschwulst: Umgebung resp. Gesamtorganismus bestimmten — Fragen nichts beizutragen, was den in bisher üblicher Weise hergestellten Schnittpräparaten der Geschwulst nicht ebenso gut oder besser zu entnehmen wäre. Ihre Fragestellungen sind grundsätzlich anderer Art. Die in vitro-Kultivation der Hirngeschwülste bietet dem Untersucher einen auf andere Weise nicht erreichbaren Einblick in das lebendige Zusammenspiel der Zellen und Gewebe sowie erstmals die Möglichkeit exakter Vergleichsuntersuchungen aus dem individuellen Organzusammenhang herausgelöster Zellverbände unter standardisierten Bedingungen. Als besonders erfreulich darf vermerkt werden, daß mit der detailliert dargestellten Technik eine ungewöhnlich hohe Ausbeute erfolgreicher Kultivationen erzielt werden konnte. Größere Vergleichsuntersuchungen sind also nicht von vornherein mit einem zu großen Prozentsatz wahrscheinlicher Versager belastet. Das ist allerdings nur z.T. ein Verdienst der Methodik. Hirngeschwülste stellen deshalb für die Gewebszüchtung ein so günstiges Ausgangsmaterial dar, weil sie praktisch niemals bakteriell verunreinigt sind. Diese bereits in situ vorhandene bakterielle Infektion des Geschwulstgewebes macht andererseits jeden Kultivationsversuch eines Carcinoms der Lunge oder des Intestinaltraktes von vornherein zu einem Glücksspiel. Die zahlreichen Kultivationsversuche der genannten Geschwulstarten haben daher bis heute kaum einen nennenswerten Erfolg gehabt. Auch die Entwicklung der Sulfonamide und der Antibiotica hat hier nur wenig weitergeholfen.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • Günter Kersting
    • 1
  1. 1.Experimentelle Neurologie und NeuropathologieUniversität BonnDeutschland

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