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Besprechung der Befunde

  • Werner Kahle
Part of the Schriftenreihe Neurologie — Neurology Series book series (NEUROSER, volume 1)

Zusammenfassung

Zum besseren Verständnis der Entwicklungsvorgänge soll die zusammenfassende Darstellung unserer Befunde mit einem kurzen Abriß der Formentwicklung beginnen. Dabei müssen wir uns stets darüber im klaren sein, daß wir als Untersuchungsmaterial lediglich eine Reihe von Entwicklungsstadien besitzen, die gewissermaßen Momentaufnahmen von einem Geschehen sind, das wir selbst nicht beobachten können. Wir sehen keine Bewegungsabläufe, keine Verschiebungen und keine Größenzunahme, sondern wir müssen sie erst aus den Momentaufnahmen rekonstruieren. Das Hinzutreten des Zeitfaktors zu einer morphologischen Betrachtung bedingt einige Besonderheiten. Die Grundlage unserer Untersuchung ist die Heterochronie der Reifungsvorgänge, d. h. der Umstand, daß verschiedene Anteile der Hemisphäre sich zu unterschiedlicher Zeit entwickeln und daß wir daher früh und spät entwickelte Bezirke unterscheiden können. Am Ende der Entwicklung gleichen sich diese Unterschiede wieder aus und sind am reifen Gehirn nicht mehr festzustellen. So kommt es, daß manche Unterscheidungsmerkmale und manche Grenzen nur in bestimmten Entwicklungsstadien markant hervortreten, in anderen Stadien dagegen nur wenig ausgeprägt sind oder ganz fehlen. Da wir es aber mit einem Prozeß zu tun haben, der uns in zahlreichen Einzelstadien vorliegt, können wir immer wieder auf frühere und spätere Entwicklungsphasen zum Vergleich zurückgreifen. Oft ist es gar nicht möglich, bestimmte Areale an einem embryonalen Gehirn zu identifizieren und sicher abzugrenzen, ohne jüngere oder ältere Gehirne hinzuzuziehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Werner Kahle
    • 1
  1. 1.NeurologieUniversität WürzburgDeutschland

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