Einleitung

  • Gerhard Schramm
Part of the Organische Chemie in Einzeldarstellungen book series (ORGCHEMIE, volume 5)

Zusammenfassung

Die Viren nehmen eine Mittelstellung ein zwischen den parasitären Mikroorganismen und den endogenen selbstvermehrungsfähigen Einheiten der Zelle, den Chromosomen und Piastiden. Auch sie besitzen die Fähigkeit zur Selbstreproduktion und können Mutationen erleiden. Den biologisch nachweisbaren Veränderungen bei der Mutation entsprechen chemische Veränderungen in der Struktur der Virusteilchen, die Generationen hindurch unverändert auf die Nachkommen übertragen werden können. Die Eigenschaften der Nachkommen werden also nicht durch die Zelle bestimmt, in der sie entstehen, sondern durch das Virusteilchen, das sie erzeugt. Dies ist aber das wesentliche Kennzeichen der Selbstvermehrung. Die Voraussetzungen, unter denen eine Vermehrung erfolgen kann, sind bei den Organismen verhältnismäßig einfach. Sie besitzen einen Stoffwechsel, der ihnen gestattet, aus einfachen Stoffen ihrer Umgebung das komplizierte Gesamtsystem des Organismus aufzubauen. Isolierte Teile aus diesem System, wie etwa die Chromosomen, sind als solche nicht vermehrungsfähig. Voraussetzung hierfür ist ein spezifisches intaktes Cytoplasma. Die Viren sind ebenfalls nicht in der Lage, sich außerhalb der lebenden Zelle zu vermehren, da ihnen ein Stoffwechsel fehlt. Es gelingt nicht, sie auf unbelebten Nährböden zu züchten. Sie stellen aber keine derartig speziellen Ansprüche an die Art des Cytoplasmas, in dem sie sich vermehren.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • Gerhard Schramm
    • 1
  1. 1.Max-Planck-Institut für VirusforschungTübingenDeutschland

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