Advertisement

Geschichte der Sauerstofftherapie

  • F. Scherer
Chapter
  • 7 Downloads

Zusammenfassung

Die Versuche, den von C. W. Scheele (1742–1786) entdeckten Sauerstoff therapeutisch anzuwenden, sind sehr alt. Seit Priestley (1777) beobachtet hatte, daß sich venöses Blut unter der Berührung mit Sauerstoff hellrot färbte, gab es kaum eine Krankheit, die nicht mit der „neuen Luft“ begeistert behandelt wurde: Asphyxien, Dyspnoe, Tuberkulose usw. Da aber die Sauerstoffinhalation als Therapie enttäuschte, versuchte man die Anwendung des Sauerstoffs auf extrapulmonalem Weg, und zwar intraperitoneal, rectal, intravenös und subcutan, wobei der letztere Weg am unbeschwerlichsten erschien. Die ersten Tierexperimente mit Sauerstoff wurden von Spallancani (1780) durchgeführt, der beim Salamander eine schnelle Resorption eines subcutanen Sauerstoffdepots beobachtete. Léconte und Demarquai (1865) stellten ebenfalls eingehende Untersuchungen über das Verhalten des subcutan gegebenen Sauerstoffs an, nachdem vor ihnen Nijsten (1811) die gleichen Versuche mit den verschiedensten Gasen gemacht hatte. Sie fanden, daß nach Kohlensäure Sauerstoff am schnellsten resorbiert wurde, schneller als Wasserstoff und Stickstoff, und empfahlen die sub-cutane Sauerstoffgabe beim Typhus, bei Meningitis, Tuberkulose usw. In der von ihnen festgestellten Temperaturerhöhung der Haut nach Sauerstoffgabe sahen sie einen Beweis dafür, daß sich lebendige Prozesse unter der Haut abspielten, von denen nicht nur eine lokal aktivierende und stimulierende Wirkung (Chasse lymphatique) auf die Vitalität der Zellen (Mobilisation der Leukocyten, Anregung der Phagocytose), sondern auch eine antitoxische (Ramon) und sedative Wirkung zu erwarten sei.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1957

Authors and Affiliations

  • F. Scherer
    • 1
  1. 1.Chirurgischen UniversitätsklinikMarburgDeutschland

Personalised recommendations