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Die Einteilung der Arthrosis deformans des Kniegelenkes (Versuch, ein Ordnungsprinzip zu schaffen)

  • Walter Mohing

Zusammenfassung

Gegen die Unterscheidung in primäre und sekundäre Arthrosen werden häufig Bedenken erhoben. Gewiß ist es gerade am Kniegelenk nicht immer möglich, praearthrotische Veränderungen zu erkennen, doch kann man oft die eigentliche Ursache der Arthrose auch noch nach Jahren feststellen. Für das Hüftgelenk, dessengeschlossener Formenaufbau aber nicht mit dem des Kniegelenkes vergleichbar ist, hat Hackenbroch den Begriff der,,praearthrotischen Deformität” geprägt. Was das Hüftgelenk für die Statik und als Verbindung zwischen Wirbelsäule und Gliedmaßen bedeutet, spiegelt sich nicht nur in dem idealen formalen Aufbau, sondern auch in dem festen Muskelmantel wider. Duvernay bezeichnete bereits 1930 die Hüftarthrose als das Schulbeispiel der Arthrose schlechthin. Der Aufbau des Hüftgelenkes macht es möglich, jede Abweichung von der Normalform zu erfassen. Praearthrotische Zustände am Kniegelenk sind weitaus schwieriger und längst nicht im gleichen Umfang zu bestimmen. Das liegt einmal an seinem besonderen Aufbau, ferner an den Schwierigkeiten, die sich aus dem Formenreichtum auch der gesunden Gelenkkörper, der Femurcondylen, ergeben. Es ist hier nicht leicht, das Normale vom Pathologischen abzugrenzen. Man kann also nicht ohne weiteres von der Form der Gelenkkörper auf praearthrotische Deformitäten schließen. Noch ein weiterer Umstand erschwert die röntgenologische Feststellung praearthrotischer Deformitäten am Kniegelenk: die Eigenart des Muskel- und Bandapparates. Das Kniegelenk ist ligamentär und muskulär viel schlechter gesichert als das Hüftgelenk. Durch Erschlaffung des Bandapparates kann sich die Führung des Gelenkes und die Stellung der Gelenkkörper zueinander erheblich verändern. Das bedeutet zum Beispiel, daß starke Bänderlockerung am Kniegelenk auf der Aufnahme im Liegen unter Umständen gar nicht festzustellen ist oder ein nach der Änderung des Tibiaschaft-Kniebasiswinkels vermutbares O-Bein bei Belastung durch Bänderlockerung kompensiert oder gar zum X-Bein wird. Man kann sich also nicht ausschließlich auf dieröntgenologischen Meßergebnisse verlassen und daraus Folgerungen auf praearthrotische Deformitäten ziehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1966

Authors and Affiliations

  • Walter Mohing
    • 1
  1. 1.Abteilung der Chirurgischen KlinikUniversität Erlangen-NürnbergDeutschland

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