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Die letzten Stunden

  • Bruno Müller-Linow

Zusammenfassung

Die letzten Stunden meiner Mutter wurden zu einem Begegnen mit den vielen Zeichnungen und Bildnissen von ihr, die im Laufe meines Malerlebens entstanden. Der Tod wird dann zu einem heimlichen Regisseur des Betroffenseins durchlebter Bilder und ihrer so menschlichen Umstände. Wenn man aber nur an die geschriebene Schrift der persönlichsten Bilder der letzten Stunden im Leben eines geliebten Menschen denkt, dann tauchen vor mir die Bilder Hodlers auf, die er in so beherrschter Konzentration von Valentine Gode-Darel geschaffen hat. Hier liegt in der europäischen Kunstgeschichte ein unvergleichbares Dokument vor, das wie ein Zyklus die Intensivstation der letzten Stunden eines geliebten Menschen künstlerisch beurteilt. Die Tage und der Tag um den 15. Januar sind da zu einem Hohelied von Liebe und Tod geworden, das uns noch heute still werden läßt — vor der Gewalt und Macht des Todes, dem dieses Buch gewidmet ist (1). Max Kaus, der so liebenswerte Berliner Expressionist und Realist, hat in schmerzlichen Bildnissen, in deren Betrachtung unser Gepacktsein das Bedrückende überstrahlt, uns das Bildnis seiner Frau Turu hinterlassen (2).

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Literatur

  1. 1.
    Brüschweiler, J.(Eds.), Ein Maler vor Liebe und Tod. Ferdinand Hodler und Valentine Gode-Darel. Ein Werkzyklus 1908–1915. Katalog, Kunsthaus Zürich, Zürich 1976Google Scholar
  2. 2.
    Kaus, M., Turu, Krankheit und Tod, ein Zyklus von 1942–1944. Ausstellung zum Gedenken an den 90. Geburtstag des Künstlers, Brücke-Museum Berlin 1981Google Scholar

Copyright information

© Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1989

Authors and Affiliations

  • Bruno Müller-Linow
    • 1
  1. 1.DarmstadtDeutschland

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