Von den Baustoffen des Körpers

  • Curt Elze
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 91)

Zusammenfassung

Blut und Blutkreislauf, so hörten wir, sind der Zellen wegen da. Alle Organe bestehen ganz oder zum entscheidenden Teile aus Zellen, alle Leistungen der Organe sind Leistungen ihrer Zellen. Es sind mikroskopisch kleine Gebilde, weich und zart, die nur in Wasser bzw. Gewebsflüssigkeit leben können. Eine an die andere gefügt, in einfacher oder vielfacher Lage, bilden sie die lückenlose Bekleidung aller inneren und äußeren Oberflächen des Körpers. Diese geschlossenen Zellagen nennt man Epithelien (Abb. 14). Sie grenzen das milieu interne gegen das milieu externe ab, die Innenwelt des Organismus ist überall durch Epithel von der Außenwelt geschieden. Kein Nahrungsmittel, kein Arzneimittel kann aus der Lichtung des Magens oder Darmes in den Körper und ins Blut eintreten, außer durch das Epithel hindurch. Kein Bakterium kann unter die Haut gelangen, es sei denn durch eine Wunde, also bei eröffnetem Epithel. Der Organismus bildet verschiedene Formen des Epithels aus, je nach der Aufgabe der Oberfläche, die es bekleidet, im Darm ein anderes als in der Haut. Im Darm besteht es aus nur einer Lage zarter Zellen, in der Handfläche aus vielen Lagen, deren oberste verhornt ist. Auf Reibung beanspruchtes Epithel ist vielschichtig und derb, am Zungenrücken, in Handteller und Fußsohle. Die „Haut“, die die Hausfrau von der Rinderzunge abzieht, ist das durch Kochen hart gewordene Epithel des Zungenrückens. Man weiß, daß diese Haut nur am Zungenrücken so dick und fest ist, an der Seite viel dünner und weicher wird und sich nicht mehr abziehen läßt. Je stärker die Beanspruchung, desto fester das Epithel, gegebenenfalls wird es zu Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen. Das Epithel der Haut ist in den obersten Lagen trocken und wird in kleinen Stücken, „Schuppen“, abgestoßen, die aus abgestorbenen Zellen bestehen, bei Molchen und Schlangen als zusammenhängende Haut (Natternhemd). An den inneren Oberflächen, Mund- und Nasenhöhle, Darmlichtung usw. ist es feucht. Zusammen mit der darunterliegenden Schicht nennt man es eine Schleimhaut, auch da, wo es nicht von Schleim überzogen ist.

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1966

Authors and Affiliations

  • Curt Elze
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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