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Theorie der Primärvarianten

  • Klaus Conrad

Zusammenfassung

Wir fragen nach der Entstehung der primären Konstitutionsvarianten. Diese Frage kann man in verschiedener Weise zu beantworten suchen. Erstens ontogenetisch: Wie entstehen die Formen im Verlauf der individuellen Entwicklung? Zweitens phylogenetisch: Wie entstanden sie im Verlauf der Entwicklung der Art? Und schließlich genealogisch: Wie entstehen sie aus den Elternkreuzungen, wie verhalten sie sich im Erbgang? Wir beginnen bei der ersten, ontogenetischen Frage.

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References

  1. 1.
    Wir stellen bei unseren Abbildungen grundsätzlich immer Gegentypen einander gegenüber, die sowohl im Alter, wie auch in ihren Normbeziehungen bzw. in ihren Beziehungen zu anderen Variationsebenen (Sekundärvarianten) wie endlich auch in ihrer photographischen Darstellung (gleicher Abstand des Objektivs, gleiche Beleuchtung, gleicher Apparat usw.) vergleichbar sind.Google Scholar
  2. 2.
    Wir fügen den Bildern nach Tunlichkeit die wesentlichen Maßzahlen an. Es bedeuten dabei: KG = Körpergewicht (unbekleidet), KH = Körperhöhe, BB = Brustbreite, BT = Brusttiefe, LA = Lebensalter, AB = Akromionbreite, UU = Unterarmumfang, HU = Handumfang, MI = Metrik-Index, PI = Plastik-Index. [Strömgben, Über anthropometrische Indices zur Unterscheidung von Körperbautypen, Zbl. ges. Neurol. Psychiat. 159, 75 (1937)].CrossRefGoogle Scholar
  3. 1.
    Wir fügen den Bildern nach Tunlichkeit die wesentlichen Maßzahlen an. Es bedeuten dabei: KG = Körpergewicht (unbekleidet), KH = Körperhöhe, BB = Brustbreite, BT = Brusttiefe, LA = Lebensalter, AB = Akromionbreite, UU = Unterarmumfang, HU = Handumfang, MI = Metrik-Index, PI = Plastik-Index. [Strömgben, Über anthropometrische Indices zur Unterscheidung von Körperbautypen, Zbl. ges.Google Scholar
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    Zeller, Wachstum u. Reifung. Handb. d. Erbbiologie d. Menschen. Bd. II, 8.374ff. (1940).Google Scholar
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    Es ist klar, daß die in der Abb. 33 dargestellten Entwicklungslinien nur mehr oder weniger willkürlich herausgegriffene Einzelfälle eines Linienstromes darstellen, den man sich auf der einen Seite reißend und (wie etwa gegen das Ufer zu) immer langsamer und träger fließend denken kann. Jeder einzelnen Form wird man dann theoretisch in diesem Strom eine bestimmte Strombahnlinie zuteilen können.Google Scholar
  8. 1.
    Allerdings sind nach Trendelburg dabei auch Blutumlaufsgeschwindigkeit und das Ausmaß der Adrenalinzerstörung zu berücksichtigen.Google Scholar
  9. 1.
    Zit. nach E. Thomas in: Biologische Daten für den Kinderarzt. 2. Aufl. Hrsg. von J. Brock. Berlin-Göttingen-Heidelberg: Springer 1954.Google Scholar
  10. 1.
    Die meisten dieser und der folgenden Daten entnehme ich: Brock, Biologische Daten für den Kinderarzt. Berlin 1932.Google Scholar
  11. 1.
    Wachter: Über den Zusammenhang der typischen Formen des Gestalterlebens mit den Temperament kreisen Kretschmers. Arch. Psychol. 1939, 104. Convergenz ganzheitlicher Auffassungsrichtung zur Cyklothymie. Der Gestalttypus nimmt eine Mittelstellung ein, zeigt aber eine eindeutige Tendenz zur schizothymen Seite.Google Scholar
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    Anmerkung bei der Korrektur s. S. 222.Google Scholar
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    Aurul: Ein entwicklungspsychologischer Beitrag zur Theorie der geometrisch-optischen Täuschungen. Arch. Psychol. (D) 92, 289 (1934).Google Scholar
  14. 1.
    Wir stellen hier und im folgenden der Einfachheit halber das Kind dem Erwachsenen gegenüber. Wir werden jedoch noch sehen, daß man genauer an Stelle des Erwachsenen den Jugendlichen in der Pubertät, etwa den 18-bis 20jährigen, zu stellen hätte, da sich später die Funktionen wieder nach der anderen Seite harmonisieren.Google Scholar
  15. 1.
    Siehe Fußnote S. 74.Google Scholar
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    Dieter, G., Typische Denkformen in ihrer Beziehung zur Grundstruktur der Persönlichkeit. Experimentelle Beiträge zur Typenkunde. II. Herausgegeben von Kroh. Leipzig 1934. Seite 24ff.Google Scholar
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    Wenn man im Psychischen diesen Ausdruck der Mathematik überhaupt gebrauchen will. Er bezielt in Wirklichkeit auch nur eine Relation, und zwar die zum Durchschnitt.Google Scholar
  18. 1.
    Dieser Einwand betrifft nicht den Begriff der „Schichten“, wie er sich bei Rothacker findet, wo er im wesentlichen genetisch zu verstehen ist.Google Scholar
  19. 1.
    Dazu bringt Spranger folgende Fußnote: „Die Psychologie müßte die Stufen der Bewußtheit näher untersuchen. Es gibt ein einfaches Bewußtsein, das sich in dem Haben von Erlebnissen und Akten zu erschöpfen scheint. Darüber erhebt sich ein Bewußtsein, das diesem Haben noch einmal zusieht (erste Stufe der Reflexion). Endlich gibt es ein Bewußtsein, das das Seelische auf Begriffe bringt und sich zu einem Wissen vom Bewußtsein erhebt (2. Stufe der Reflexion). Zum Beispiel: Ein Bergsteiger kann die Hochgebirgswelt einfach erleben, er kann aber auch dies sein Erlebnis noch erleben und dadurch den Genuß steigern oder melancholisch verstimmt werden. Endlich kann er sich über dies Erlebnis Rechenschaft ablegen. Gemeint ist hier die erste Stufe der Reflexion.Google Scholar
  20. 1.
    Im Sinne von Jaspers.Google Scholar
  21. 2.
    Ich bin persönlich der Meinung, daß das schizophrene Erleben, von innen her (phänomenologisch) betrachtet, überhaupt nicht in der Fortsetzung des schizoiden oder schizothymen Erlebens liegt, gewissermaßen als dessen höchste Steigerung, sondern in gerade entgegengesetzter Richtung. Denn die Schizothymie bedeutet subjektiv: Erlebnis der Abhebung des Ich vom Außen, bedeutet: Aufrichtung und Festigung der Wände des Ich, bedeutet: Individuation; die Schizophrenie ist hingegen subjektiv: Erlebnis des Ich-Verlustes, Zusammenbruch der Wände des Ich gegen das Außen, sie bedeutet: magische Kollektivation.Google Scholar
  22. 1.
    Vgl. auch Kretschmer: „Geniale Menschen“. Berlin 1929.Google Scholar
  23. 1.
    C. G. Jung gebraucht den Ausdruck in einem etwas weiteren Sinn (C. G. Jung, Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten, Darmstadt 1928), so daß unser Begriff ganz in den seinen hineinfällt.Google Scholar
  24. 1.
    Was konstant bleibt, ist der Entwicklungsmodus, also die Konservativität oder Propulsivität der jeweiligen Entwicklung. Nur in diesem Modus gibt es „Grundformen menschlichen Seins“ (Jaensch) oder „Grundfunktionsgefüge“ (Pfahler).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag oHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1963

Authors and Affiliations

  • Klaus Conrad
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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