Geschichtliches

Part of the Pathologie und Klinik in Einƶeldarstellungen book series (PATHOLOGIEKE, volume 7)

Zusammenfassung

Trotzdem der Kretinismus sehr wahrscheinlich schon seit vielen Jahrhunderten in gewissen Ländern heimisch ist, besitzen wir wissenschaftliche Kunde von seinem Auftreten erst seit relativ kurzer Zeit. Daß er bei den Ärzten des Altertums nirgends Erwähnung findet, berührt um so merkwürdiger, als ja nichtmedizinische Schriftsteller der römischen Zeit (Plinius, Vitruv, Juvenal, Ulpian) schon auf den endemischen Kropf in den Alpen aufmerksam gemacht haben. Die erste sichere Nachricht über das Vorkommen des Kretinismus verdanken wir Paracelsus (1493–1541), der als trefflicher Beobachter auch sogleich den Zusammenhang zwischen Kropf und Kretinismus erkannte. Einige Stellen, die dies mit aller Deutlichkeit zeigen, gebe ich hier wieder (zum Teil zitiert nach Damerow):

„Die Narren, welche den tierischen Geist angeboren haben, aus Schwachheit mißraten sind, zu dem vernünftigen, tierischen Vieh gehören, tragen wohl ein Mißgewächs, Übergewächs als Kröpfe und derlei am Leibe, und wiewohl dasselbe nicht proprium stultorum, sondern auch anderer, so trifft es doch diese am meisten.“ Die Ursache soll nach Paracelsus darin liegen, daß „nicht allein die Vernunft, sondern auch der Leib verschnitzelt wird.“

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© Julius Springer in Berlin 1936

Authors and Affiliations

  • Wegelin

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