Allgemeines

  • Wilhelm Hofmann
Part of the Reine und angewandte Metallkunde in Einzeldarstellungen book series (METALLKUNDE, volume 6)

Zusammenfassung

Blei wurde wie Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Quecksilber schon vor Christi Geburt technisch verwertet. Wahrscheinlich verwendeten die Ägypter Blei zusammen mit Kupfer, Silber und Gold schon 5 Jahrtausende vor Christus; die Phönizier bauten 2300 v. Chr. das Bleivorkommen von Rio Tinto in Spanien aus. Die Chinesen stellten wohl schon 2000 v. Chr. Münzen aus Blei her. Im Altertum betrieb man den Bleibergbau in den Mittelmeerländern und in Großbritannien. Bekannt sind besonders die Wasserleitungsrohre der Römer. Zu ihrer Herstellung rollte man gehämmertes Bleiblech zum Rohr und goß die Naht zum Zweck der Verschweißung mit flüssigem Blei aus (Hofmann [552]). Im frühen Mittelalter begann die Bleigewinnung in Böhmen (Přibram etwa 750) und im Unterharz (Rammelsberg seit 968). Im 12. und 13. Jahrhundert wurden die Bleivorkommen in Sachsen (Freiberg), im Rheinland und im Oberharz entdeckt. Statistisch erfaßt sind Weltproduktion und Weltverbrauch von Blei seit dem Jahre 1801. Zwischen 1826 und 1850 stieg die Welt-Bleiproduktion bereits auf über 100000 t im Jahr, im folgenden Vierteljahrhundert auf 225000 t. Großbritannien, Spanien, Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika waren die wichtigsten Produzenten. 1862 wurde die Londoner Metallbörse gegründet. Mit dem Beginn unseres Jahrhunderts verschob sich der Schwerpunkt der Bleierzeugung von Europa nach Übersee (USA, Kanada, Mexiko, Australien). Die Weltproduktion stieg nach dem 1. Weltkrieg — wenn man von den Rückschlägen um 1931/1932 und 1945 herum absieht — auf über 1,5 Millionen Jahrestonnen und hat nunmehr die 2 Millionen-Grenze überschritten. Die von Präsident Truman im Jahre 1951 eingesetzte Paley-Kommission hat unter gewissen Annahmen berechnet, daß der Bleibedarf der westlichen Welt ohne Berücksichtigung des Altbleies im Jahr 1975 2700 000 Tonnen, gegenüber 1628 000 Tonnen im Jahr 1950, betragen werde. Wenn die vorausgesagte Bleiknappheit auch in den letzten Jahren keineswegs eingetroffen ist, so ist doch manches an dem Bericht auch heute noch beachtenswert (Ketzer [658]). Die Gründe für das augenblickliche Überangebot an Blei werden von Friedensburg [342] erörtert.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1962

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Hofmann
    • 1
  1. 1.Instituts für Werkstoffkunde, Herstellungsverfahren und Schweißtechnik und des Wöhler-Instituts für Festigkeits- und SchwingungsuntersuchungenTechnischen Hochschule BraunschweigBraunschweigDeutschland

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