Druckmessungen im kleinen Kreislauf und elektrokardiographische Befunde

  • H. H. Löhr
  • W. Grill
  • H. Scholtze
  • P. Schölmerich
Part of the Die Tuberkulose und Ihre Grenzgebiete in Einzeldarstellungen book series (TBC, volume 14)

Zusammenfassung

Der kleine Kreislauf gehört zum sog. Niederdrucksystem, das durch eine besondere Weitbarkeit gekennzeichnet ist. Das Lungengefäßsystem ist also imstande, große Volumina ohne stärkere Druckänderungen aufzunehmen. Selbst eine Steigerung des Durchflußvolumens um das Zwei- bis Dreifache verursacht bei normalem Lungengefäßzustand keine Drucksteigerung in der Pulmonalarterie. Diese Eigentümlichkeit beruht zu einem Teil auf der Tatsache, daß druckpassiv Reservecapillaren im Lungenkreislauf geöffnet werden, wenn ein größeres Volumen vom rechten Ventrikel ausgeworfen wird. Tatsächlich beobachtete Drucksteigerungen lassen sich also, wenn es sich nicht um ungewöhnlich große Shunt-Volumina auf Grund angeborener Herzfehler mit Strömungsrichtung von links nach rechts oder um druckpassive Steigerungen bei Erhöhung des linken Vorhofdrucks handelt, auf eine Erhöhung des Gefäßwiderstandes im arteriellen Schenkel des Lungenkreislaufs beziehen. Es bedarf dabei jedoch ausgeprägter anatomischer oder vielleicht auch funktioneller Verengerungen im Gebiet der Lungenarteriolen oder ausgedehnter Verödungen von Gefäßen im Capillar- und Präcapillarbereich, um Drucksteigerungen zu erzeugen. Eine Pneumonektomie verursacht unter Ruhebedingungen bei normalem Minutenvolumen keine Drucksteigerung. Am häufigsten sind die Voraussetzungen zur Drucksteigerung in der Lungenschlagader beim universellen Emphysem erfüllt. Hier wirken Gefäßverödung und möglicherweise auch funktionelle Engstellung infolge alveolärer Hypoxie und Hyperkapnie drucksteigernd. Ein höherer Pulmonalarteriendruck bewirkt andererseits über eine langsam einsetzende Gefäßsklerosierung eine Progredienz der Belastung des rechten Herzens, so daß sich über eine Rechtshypertrophie schließlich das Bild eines chronischen Cor pulmonale im engeren Sinn einstellen kann.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1964

Authors and Affiliations

  • H. H. Löhr
  • W. Grill
  • H. Scholtze
  • P. Schölmerich

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