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Bemerkung zu Conrads Aufsatz über Daseinsanalyse und Gestaltanalyse

  • Jürg Zutt

Zusammenfassung

In unserer verstehenden Anthropologie geht es uns — darin liegt ein Unterschied zur Daseinsanalyse — nicht nur um die Erhellung einer individuellen Lebensgeschichte. Es geht uns auch — sogar in erster Linie — um die Frage, ob typische Lebenssituationen zu typischen — pathologisch genannten — Abwandlungen des Erlebens und Verhaltens führen können. Genaueres darüber steht in meiner Arbeit über die Daseinsordnungen. Einem Mißverständnis ist aber hier vorzubeugen: Situation ist nichts Psychisches, also nur als Gegenstand einer Psychologie nicht zu verstehen. Situation ist immer auch Situation des gelebten welthaften Leibes, der der die Situation gestaltende und erfahrende ist. „Die Heimat verlassen“ ist nichts Psychisches mit körperlichen Begleiterscheinungen. Es ist ein leibliches Schreiten. In diesem schreitenden Leib ist auch das, was im Körper, diesem Ergebnis naturwissenschaftlicher Reduktion vorgeht, in unüberschaubar verschiedenartiger Weise als materieller Ermöglichungsgrund enthalten. So darf auch das, was aus einer Situation folgt, nicht als psychogen mißverstanden werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1963

Authors and Affiliations

  • Jürg Zutt
    • 1
  1. 1.Johann-Wolfgang Goethe UniversitätFrankfurt A. M.Deutschland

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