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Atomkraft pp 211-257 | Cite as

Wirtschaftlicher Teil

  • Friedrich Münzinger

Zusammenfassung

Atomkraftwerke sind gegenüber brennstoffbeheizten Kraftwerken insofern in einer ungünstigen Wettbewerbslage, als letztere eine über zehnmal so lange Entwicklung hinter sich haben und daher auf das äußerste vervollkommnet werden konnten, während der Bau von Atomwerken völliges Neuland ist. Der seit 1945 in der friedlichen Ausnützung der Kernspaltung erzielte Fortschritt ist zwar erstaunlich groß, doch ist wahrscheinlich noch eine Reihe von Jahren nötig, bevor man aus den Kinderkrankheiten wirklich ganz heraus ist.

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Literatur

  1. 1).
    Ende 1959 war ein homogener mit Uranylsulphat, schwerem Wasser und Umwälzpumpen arbeitender Versuchsreaktor (HRE-2) von kugelförmiger Gestalt 1600 Stunden lang in ununterbrochenem Betrieb.Google Scholar
  2. 1).
    Die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG (RWE) in Essen hat der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) in Gemeinschaft mit der General Electric Co. (GE) im Juni 1958 den Auftrag auf die Errichtung eines bei Kahl/Main gelegenen 15 000 kW-Kraftwerkes mit einem Siedewasserreaktor (leicht angereichertes Uran) in Auftrag gegeben, das Ende 1960 in Betrieb gehen soll.Google Scholar
  3. 2).
    Eine ganz ähnliche Auffassung vertrat Mr. McCone von der AEC dem amerikanischen Kongreß gegenüber. Er empfiehlt den Bau von Prototyp-Anlagen mehr als den großer Atom-Elektrizitätswerke, weil sie schneller gebaut werden können, viel weniger kosten und sich an ihnen erheblich besser im Interesse der Forschung und des technischen Fortschrittes liegende Änderungen ausprobieren lassen.Google Scholar
  4. 1).
    Baade hält die Behauptung, der Energieverbrauch der Menschheit verdopple sich alle 10 Jahre, für weit übertrieben. Nach seiner Meinung kann die bis zum Jahre 2000 voraussichtlich auf etwa 5 Milliarden Menschen angewachsene Bevölkerung der Erde mit Nahrungsmitteln und Energie überreichlich versorgt und das Sozialprodukt je Erdbewohner mit Hilfe der Atomkraft auf das Fünf- oder Sechsfache gesteigert werden.Google Scholar
  5. 2).
    Die installierte Leistung der öffentlichen Kraftwerke der Deutschen Bundesrepublik betrug Ende 1958 insgesamt 14,3 Mio. kW, auf Steinkohle entfallen 7,7 Mio kW.Google Scholar
  6. 1).
    Dazu kommen 1 Mio. t für Rechnung Dritter und etwa 10,5 Mio. t bei den Verbrauchern; insgesamt müssen also rd. 28 Mio. t Steinkohle und Koks dem Verbrauch zugeführt werden.Google Scholar
  7. 1).
    Was dem deutschem Steinkohlenbergbau passierte, ist jetzt dem Uranbergbau in Kanada zugestoßen, der wegen ungenügenden Absatzes unrentabel gewordene Urangruben mit etwa 7500 Arbeitern stillzulegen gezwungen ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG., Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960

Authors and Affiliations

  • Friedrich Münzinger
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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