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Einführung

  • H. P. Kaufmann

Zusammenfassung

Der Trieb zur Selbsterhaltung ließ den Menschen von alters her zu Stoffen der umgebenden Welt greifen, um Krankheiten zu heilen und Schmerzen zu lindern. So entstand empirisch ein anfangs primitiver Arzneischatz. Bei Hippokrates (460–370 v.Chr.) zählen wir etwa 100, in dem fünfbändigen Werk des Dioskurides (50 n. Chr.) „de materia medica“ schon über 1000 Heilmittel. Die Kriegszüge der Römer und die Verwendung ausländischer Drogen trugen zur Erweiterung der Kenntnisse wesentlich bei. Galenus, zu Pergamon in Kleinasien (130 n.Chr. geboren), lehrte in über 100 Schriften, die für ein Jahrtausend bestimmend waren, die Manipulationen der Arzneibereitung, die zum Teil noch heute in der galenischen Pharmazie verankert sind. Nach Galenus ist es Aufgabe der Arzneibereitung, in den natürlichen Heilmitteln nach dem eigentlichen Wirkstoff zu suchen, ihn von Ballast zu befreien und in eine für den Organismus des Menschen verträgliche und verwertbare Form überzuführen. Dieser Lehre folgen wir noch heute, wenn wir aus Drogen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, deren Wirkstoffe nicht genügend bekannt sind oder nicht in reinem Zustand isoliert werden können, galenische Präparate anfertigen. Nach der Zeit des Galenus drängten arabische Einflüsse, stark mit babylonisch-assyrischem Mystizismus vermengt, zum Durchbruch, die auf Grund der aristotelischen Stoffauffassung einer Urmaterie reiche Nahrung fanden1. Es begann das Zeitalter der Alchemie, dem ohne Zweifel auch in der Krankenbehandlung Fortschritte zu verdanken sind, das aber, im Ganzen betrachtet, auf die Herstellung von Heilmitteln hemmend wirkte.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1953

Authors and Affiliations

  • H. P. Kaufmann
    • 1
    • 2
  1. 1.Instituts für Pharmazie und Chemische TechnologieUniversität MünsterDeutschland
  2. 2.Chemischen Landes-UntersuchungsamtesNordrhein-WestfalenDeutschland

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