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Kongreß pp 145-145 | Cite as

Struktur und Synthese der Insuline

  • D. Brandenburg
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 93)

Abstract

Das Insulin ist sowohl wegen der ungewöhnlichen Zweikettenstruktur als dank seines vielfältigen Wirkungsspektrums und der Anwendung in der Therapie des Diabetes mellitus ein Hormon, das sich gegenüber allen anderen Peptid- und Proteohormonen auszeichnet.

Die Chemie des Insulins ist aus zwei Perspektiven zu sehen:
  1. 1.

    Der Bereitstellung großer Mengen von Insulinen bekannter Struktur (Rind, Schwein, Mensch) zur Therapie nach derzeitigem Standard.

     
  2. 2.

    Der Gewinnung neuer Insuline mit abgewandelten Strukturen in zunächst kleinen Mengen für Forschungszwecke. Hierauf konzentriert sich das Referat.

     

Derartige Insulinanaloga lassen sich durch Totalsynthese als auch Semisynthese gewinnen und sind durch veränderte Kettenlängen und/oder Variationen in einzelnen Aminosäurepositionen gekennzeichnet.

Wichtigstes Ziel ist die detaillierte Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Primärstruktur (chemische Struktur = Formel), Raumstruktur und Eigenschaften des Insulins. Neben biologischer Aktivität in vitro und in vivo und immunologischen Eigenschaften sind auch die physikalisch- chemischen Eigenschaften von besonderer Bedeutung.

Eine weitere wichtige Gruppe sind Insuline, die mittels diagnostischer Substituenten (z.B. Schweratome, radioaktive Markierung, Fluoreszenz) ein Verfolgen unter physiologischen Konzentrationsbedingungen erlauben.

In jüngster Zeit haben ferner Insuline mit Ankergruppen, die eine kovalente Verbrückung mit den Insulinrezeptoren der Zielzellen ermöglichen, neue Informationen über Rezeptorstruktur, -funktion und Folgeprozesse der Hormon- Rezeptorbindung gegeben („Photoaffinitätsmarkierung“).

An ausgewählten Beispielen werden Darstellung, Eigenschaften und Anwendung abgewandelter Insuline diskutiert.

Copyright information

© J. F. Bergmann Verlag, München 1987

Authors and Affiliations

  • D. Brandenburg
    • 1
  1. 1.Deutsches WollforschungsinstitutRWTH AachenDeutschland

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