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Kongreß pp 53-53 | Cite as

Chirurgische Aspekte der Pankreastransplantation

Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 93)

Abstract

Die Pankreastransplantation muß als eine Organtransplantation gewertet werden, bei der das optimale chirurgische Vorgehen bzw. die optimale chirurgische Technik weiterhin noch ungelöst ist. Prinzipiell stehen zwei chirurgische Verfahren zur Verfügung:
  1. 1.

    Okklusionsverfahren

     
  2. 2.
    Drainageverfahren
    1. Ad 1.

      Mit dem Ziel, eine Atrophie mit sekundärer bindegewebiger Umwandlung des gesamten exokrinen Anteils der Drüse zu erreichen, werden entnommene segmentale oder totale Pankreastransplantate vor Implantation (bzw. verzögert nach Transplantation) okkludiert (als Okklusionssubstanzen sind in der Erprobung: Neoprene, Prolamin, Silikon-Präparate u.a.). Der Vorteil diese Methode besteht darin, daß es für den Patienten ein sicheres operatives Verfahren ist, wobei lediglich zwei Gefäßanastomosen durchgeführt werden müssen. Der Nachteil des Okklusionsverfahrens dürfte darin bestehen, daß es sich um eine unphysiologische Methode handelt. Außerdem wird diskutiert, daß die durch die Okklusion induzierte Fibrose auf lange Sicht hin zu einer Einschränkung der endokrinen Leistung führt.

       
    2. Ad 2.

      Mehrere Drainageverfahren werden derzeit geübt: Die Ableitung des Pankreassekretes des Transplantates in den Gastrointestinaltrakt (Magen, Jejunum) sowie Ableitung des Pankreassekretes in die ableitenden Harnwege (z.B. in die Harnblase). Vorteil dieser Methode scheint zu sein, daß bei Ableitung in den Gastrointestinaltrakt eine möglichst physiologische Situation erzielt wird, bei Ableitung in die Harnwege Möglichkeiten gegeben sind, eine frühe Diagnose der Abstoßungskrise anhand von Urinuntersuchungen durchzuführen. Als weiterer Vorteil wird diskutiert, daß durch die fehlende bzw. ausbleibende Fibrosierung des Transplantates die endokrine Leistung auf lange Sicht hin nicht beeinträchtigt ist.

       
     

Trotz der Unsicherheit bei der Wahl des chirurgischen Verfahrens konnten die Ergebnisse nach Pankreastransplantation mittlerweile verbessert werden.

Unabhängig von der jeweils gewählten Technik sind mittlerweile 1-Jahres-Transplantatüberlebensraten von über 70% mitgeteilt worden (Innsbruck, Stockholm, Madison, München). Diese verbesserten Ergebnisse sind nicht nur auf bessere Operationstechniken, sondern auch auf Verbesserungen auf dem Gebiet der Immunsuppression zurückzuführen. Insbesondere scheint die Anwendung von immunsuppressiven Kom-binationsbehandlungen (Ciclosporin in Kombination mit anderen immunsuppressiven Medikamenten) eine effiziente Reduzierung immunologischer Transplantatverluste zu bewirken.

Die auch an unserem Zentrum beobachtete weitere Verbesserung der Ergebnisse nach Pankreastransplantation sollte dazu ermutigen, daß diese Form der Organtrans-plantation in Zukunft von weiteren Transplantationszentren geübt wird.

Copyright information

© J. F. Bergmann Verlag, München 1987

Authors and Affiliations

  • W. Land
    • 1
  1. 1.TransplantationszentrumUniversität MünchenDeutschland

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