84. Kongreß pp 1105-1106 | Cite as

Der Einfluß essentieller Phospholipide auf Gallenzusammensetzung und Darmtätigkeit während der Behandlung mit Chenodeoxycholsäure

  • A. Stiehl
  • P. Czygan
  • R. Götz
  • R. Raedsch
  • W. Fröhling
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 84)

Zusammenfassung

Bei Patienten mit Cholesteringallensteinen ist der Anteil des Cholesterin im Verhältnis zu Gallensäuren und Phospholipiden in der Galle zu hoch, und deshalb ist die Galle cholesterinübersättigt. Durch orale Gabe von Chenodeoxycholsäure oder Ursodeoxycholsäure wird die Galle cholesterinuntersättigt, und Cholesteringallensteine lösen sich auf. Versuche, durch orale Gabe von Phospholipiden Gallensteine aufzulösen, erbrachten unterschiedliche Ergebnisse. Während Tooli et al. (1975) bei 5 Patienten mit der Behandlung mit essentiellen Phospholipiden und Cholsäure einen günstigen Effekt beobachteten, konnte Savioli (1976) bei ebenfalls 5 Patienten diese Befunde nicht bestätigen. Holan und Holzbach (1977) behandelten 7 Patienten mit essentiellen Phospholipiden und konnten ebenfalls keine Verminderung der Cholesterinsättigung der Galle beobachten. Im ersten Teil der vorliegenden Studie wurden 5 Patienten mit Chenodeoxycholsäure (15 mg/Kg) und anschließend mit Chenodeoxycholsäure (15 mg/Kg) und essentiellen Phospholipiden (15 mg/Kg) behandelt. Der lithogene Index lag während beider Behandlungsphasen bei 0,8 ± 0,1. Eine Verminderung der Cholesterinsättigung der Galle durch Gabe essentieller Phospholipide konnte somit nicht erreicht werden. Es kann somit nicht angenommen werden, daß essentielle Phospholipide die Gallensteinauflösung begünstigen.

Literatur

  1. Holan, K. R., Holzbach, R. T.: Oral phospholipid precursors fail to alter biliary lipids in cholelithiasis. Gastroenterology 72, 1070 (1977).Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1978

Authors and Affiliations

  • A. Stiehl
    • 1
  • P. Czygan
    • 1
  • R. Götz
    • 1
  • R. Raedsch
    • 1
  • W. Fröhling
    • 1
  1. 1.Med. Univ.-Klinik HeidelbergDeutschland

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