Möglichkeiten und Ergebnisse der Behandlung im keimfreien Milieu

  • M. Dietrich
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 81)

Zusammenfassung

Die Zahl der infektgefährdeten Patienten hat seit Jahren erheblich zugenom men. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Patienten mit immunsuppressiver Behandlung, beispielsweise nach Nierentransplantation, und um Patienten unter zytostatischer Therapie einer malignen Erkrankung. Zahlreiche Untersuchungen zeigen darüber hinaus, daß der infektiöse Hospitalismus allgemein deutlich zunimmt und dadurch die Letalität an Infekten steigt. Eine Längsschnittstudie über mehrere Dekaden in einem Krankenhaus in Boston/USA ergab einen deutlichen Abfall der Sterblichkeit an Infektionen nach Einführung der Sulfonamide, einen weiteren Abfall nach Einführung des Penicillins. Jedoch nahm seit Ende der 40er Jahre in diesem Krankenhaus die Letalität an Infektionen erheblich zu, obwohl — darauf möchte ich Sie aufmerksam machen — seither zahlreiche Antibiotika mit breitem Wirkungsspektrum und hoher bakterizider Wirksamkeit eingeführt wurden: die halbsynthetischen Penicilline wie Ampicillin und die Oxacilline, die Cephalosporine, die Aminoglycoside wie Gentamycin und Tobramycin. Patienten mit Granulozytopenie sind besonders infektgefährdet. Bodey u. Mitarb. haben gefunden, daß eine quantitative Beziehung besteht zwischen erniedrigter Granulozytenzahl und Infektion bei der Grundkrankheit akuter Leukämie. Die Auswertung autoptischer Untersuchungen bei akuter Leukämie ergab eine Zahl von 71 % Letalität an Infektionen.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • M. Dietrich
    • 1
  1. 1.Zentrum für Innere Medizin u. Kinderheilkunde, Abt. HämatologieUniv. UlmUlmDeutschland

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