Gefäßwand und Fibrin

  • U. Bleyl
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 78)

Zusammenfassung

Die vielfältigen und pathogenetisch außerordentlich heterogenen Wechselbeziehungen zwischen plasmatischen Fibrinogen- und Fibrinderivaten und der arteriellen Gefäßwand sind gekennzeichnet durch die hohen procoagulativen Aktivitäten der arteriellen Gefäßwand und ihrer Strukturelemente einerseits, durch die Fähigkeit der arteriellen Gefäßwand zur Aktivierung der Fibrinolyse andererseits. Die procoagulativen Potenzen der Gefäßwand resultieren aus dem außerordentlich hohen Gehalt der Gefäßwand an Kollagen, polymeren Mucopolysacchariden, an thromboplastischen und (nicht mit Thrombin identischen) thrombinartigen Aktivitäten („Vasculokinase“), die fibrinolytische Aktivität der Gefäßwand resultiert aus der Plasminogenaktivatoraktivität des Gefäßendothels und aus der Plasminogenaktivatoraktivität des Endothels der Vasa vasorum. Überschießende lokalisierte oder generalisierte Freisetzung procoagulativer Aktivitäten einerseits, eine Zerstörung der normalerweise antithrombotischen Eigenschaft des Endothels und eine lokalisierte oder generalisierte Blockade der plasmatischen oder endothelständigen fibrinolytischen Abräumreaktion andererseits können eine pathische Entgleisung des labilen Gleichgewichtes im Grenzbereich zwischen Gefäßwand und plasmatischen Fibrinogenderivaten bedingen. Folge einer solchen pathischen Entgleisung ist der parietale Abscheidungsthrombus, der zunächst regelmäßig reich an Thrombocyten, dagegen arm an Fibrin ist, der aber durch rezidivierende plasmatische Imbibition unter Umwandlung niederpolymerer Fibrinogenderivate zu hochpolymerem Fibrin in einen fibrinreichen Abscheidungsthrombus umgewandelt wird.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • U. Bleyl
    • 1
  1. 1.Pathol. InstitutUniversität HeidelbergDeutschland

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