Das Lungenemphysem

  • Wolfgang Petro
  • Nikolaus Konietzko

Zusammenfassung

Das Lungenemphysem ist eine Erkrankung, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Erweiterung des Luftraums distal der terminalen Bronchiolen gekennzeichnet ist und die mit einer Destruktion von Lungengewebe einhergeht. Entsprechend der daraus resultierenden Irreversibilität ergibt sich ein typisches Funktionsmuster des Lungenemphysems. Es ist charakterisiert durch die atemmechanischen Veränderungen, die das Kernstück der funktionellen Veränderungen bilden. Elastizitätsverlust bedeutet für den Erkrankten, daß die durch die elastische Rückstellkraft der Lunge bedingte passive Ausatmung weniger gut vonstatten geht. Es setzt ein Kompensationsmechanismus ein, der das Ziel hat, elastische Rückstellkraft wiederzugewinnen. Dies wird durch Verschiebung der Atemmittellage in Richtung Inspiration erzielt. Auf einen höheren Atemmittellagenniveau versucht der Erkrankte, den Elastizitätsverlust auszugleichen. Daraus resultieren die typischen funktionellen Merkmale:
  1. 1.

    Im Spirogramm sind vermindert: IVC, ERV und IRV sowie FEV1; besonders stark vermindert ist das Verhältnis von FEV1 und IVC; dagegen ist das Verhältnis von FIV1 und IVC nicht vermindert!

     
  2. 2.

    In der Bodyplethysmographie sind erhöht: FRC, RV, TLC und das Verhältnis von RV und TLC. Die Raw wird oft normal gemessen, dagegen finden sich bei der Conductance meist erniedrigte Werte.

    Charakteristische Emphysem-Merkmale der Resistanceschleife sind ein Phasendisplacement sowie eine Keulenform des exspiratorischen Anteils, wobei der Quotient aus der exspiratorischen und inspiratorischen Resistance deutlich > 1 ist.

     
  3. 3.

    Lungendehnbarkeitsmessung: Erhöhung der CL stat und CL dyn; verminderter Ptp bei maximaler Inspiration, verminderter Retraktionsindex; Compliancequotient aus CL stat/CL dyn deutlich > 1.

     
  4. 4.

    Diffusionskapazität: in Ruhe verminderte oder normale Werte, unter Belastung deutliche Verschlechterung der DL.

     
  5. 5.

    Die Blutgasanalyse zeigt häufig eine respiratorische Partialinsuffizienz, in Spätstadien kann auch respiratorische Globalinsuffizienz auftreten. paO2-Abfall unter Belastung.

     
  6. 6.

    In der Ergospirometrie erhöhte Totraumventilation sowie verminderte spezifische Ventilation.

     

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1989

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Petro
    • 1
  • Nikolaus Konietzko
    • 2
  1. 1.Klinik Bad ReichenhallFachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane der LVA Niederbayern-OberpfalzBad ReichenhallDeutschland
  2. 2.Ruhrland-KlinikZentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie der LVA RheinprovinzEssen-HeidhausenDeutschland

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