Tranquilizer als Schlafmittel

  • W. Müller-Limmroth
Conference paper

Zusammenfassung

Wenn man über den Schlaf und seine Störungen diskutiert, ist man aus neurophysiologischer Sicht geneigt, primär an den Hypothalamus und seine Schlafzentren zu denken, kennt man doch die Tierexperimente von W. R. Hess, wonach durch elektrische Reizung umschriebener hypothalamischer Areale physiologischer Schlaf eintritt mit allen äußeren Begleiterscheinungen, die beim normalen Schlaf der Katze sichtbar sind. Aber schon von Borchard wurde darauf hingewiesen, daß für die Schlaf-Wach-Steuerung das unspezifische Aktivierungssystem der Formatio reticularis mesencephali (Abb. 1) mindestens gleich wichtig ist. Diese Struktur wird in ihrer Aktivitätspegelhöhe durch Afferenzen über Kollateralen aus allen Sinnesbahnen bestimmt: Über das Corpus geniculatum mediale für akustische Afferenzen, das Corpus geniculatum laterale für visuelle Afferenzen sowie über die Thalamus-kerne für die Afferenzen aus der Haut wie Druck, Schmerz und Temperatur, wobei auf diese Weise herbeigeführte Anhebungen des Aktivitätsniveaus Erhöhungen der Vigilanz bedeuten, der Wachsamkeit und Konzentrationsfähigkeit, wie das am Arbeitsplatz notwendig ist. An diese Formatio reticularis sind jedoch noch weitere Hirnstrukturen angeschlossen, nämlich der Kortex, der nur dann zur Auslösung von Willkürhandlungen, für bewußte Empfindungen sowie zur Nutzung gespeicherter Informationen im Gedächtnis nutzbar ist, wenn die Retikularformation einen adäquaten Aktivitätspegel aufweist. Weiterhin ist das Limbische System angeschlossen, wobei noch vom Hippocampus zum Septum und Kortex direkt Verbindungen ziehen mit der Aufgabe einer Nutzung des Langzeitgedächtnisses.

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© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1987

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  • W. Müller-Limmroth

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