Depressionen im Alter: Entstehungsbedingungen, Symptomatologie, Diagnostik und Differentialdiagnostik

  • M. Bergener
Conference paper

Zusammenfassung

Depressionen werden als die häufigsten psychischen Erkrankungen angesehen, vor allem auch bei älteren Menschen. Bei ihnen soll eine zunehmende Neigung zu depressiven Verstimmungen zu beobachten sein. So ist heute der Begriff „Depression“ fast in aller Munde, was einer definitorischen Klärung keineswegs zugute gekommen ist. Eine kaum mehr überschaubare Zahl von Veröffentlichungen zum Thema „Depression“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß unsere Kenntnisse über die Ursachen und die unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Depression äußest unzulänglich geblieben sind, und daß trotz des häufigen Auftretens die Diagnostik der Depression nach wie vor besondere Schwierigkeiten bereitet. Die Folge davon ist, daß Depressionen bei älteren Menschen in vielen Fällen nicht erkannt oder viel zu spät erkannt werden, wobei die Unzulänglichkeiten der Diagnostik sich vor allem auch in der Therapie auswirken. Die Früchte der Depressionsforschung sind in den zurückliegenden Jahrzehnten damit weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Unklar geblieben sind vor allem unsere Kenntnisse über mögliche Zusammenhänge zwischen dementiellen Prozessen und Depressionen im Alter. Bis in die Gegenwart hinein ist immer wieder die Vermutung geäußert worden, daß sich Depressionen und Alzheimer-Erkrankung nicht nur von Fall zu Fall überlagern, sondern daß es sich bei beiden vielmehr um unterschiedliche Erscheinungsbilder ein und desselben Krankheitsprozesses handeln könnte. Ebenso problematisch ist die Abgrenzung zwischen depressivem Verhalten als einer altersgemäßen, zumindest nicht krankhaften Befindlichkeit, und dem eigentlichen Krankheitsbild der Depression.

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© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1986

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  • M. Bergener

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