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Elektrische Reiz- und Aktivierungsmethoden für die quergestreifte Muskulatur

  • Edward Senn
Conference paper
Part of the Verhandlung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie book series (DGR, volume 7)

Zusammenfassung

Störungen der Skelettmuskulatur oder sensomotorischer Anteile des Zentralnervensystems, besonders aber des reflektorischen Zusammenspiels zwischen Bewegungsapparat und Zentralnervensystem gehen immer mit Beeinträchtigungen sowohl der Willkürmotorik als auch der Trophik resp. des Stoffwechsels der betroffenen Muskulatur einher. Das Ziel physiotherapeutischer Bemühungen, die normale und beschwerdefreie Willkürmotorik, basiert auf der freien Verfügbarkeit aller Muskeln resp. Muskelteile. Die Verschreibung jeder elektrischen Reiz-resp. Aktivierungsmethode mit dem Ziel, den Kontraktionsmechanismus der Muskelfasern unter Umgehung der Willkür auszulösen, erhofft sich deshalb einerseits die noch mögliche Verbesserung der Trophik und andererseits die gar nicht einfache, selbstverständliche und problemlose Re-Integration der betroffenen Muskulatur oder der betroffenen Muskelgruppe in das freie und vielfältige Muskelspiel der Willkürmotorik. Der innige Zusammenhang zwischen einer gestörten Willküraktivierung, einer gestörten Trophik und sekundären Beschwerden, Schmerzen und Behinderungen ermöglicht es den elektrischen Reiz- und Aktivierungsmethoden, eines oder mehrere der folgenden konkreten Teilziele zu erreichen:
  1. 1.

    Kraft-Training unter Umgehung von Willkürbemühungen;

     
  2. 2.

    Ausdauer-Training unter Umgehung von Willkürbemühungen;

     
  3. 3.

    Muskel-Entspannung;

     
  4. 4.

    Bahnung willkürlicher Aktivierungsmuster. Nie wird eine elektrische Reizmethode den fehlenden Muskelnerven ersetzen können, weil der Muskelnerv nicht nur die vom Zentralnervensystem generierten Aktivierungsmuster vermittelt (funktionelle Verbindung), sondern den Lebensnerv schlechthin darstellt, ohne den die Struktur des Muskels unaufhaltsam zerfällt (trophische Verbindung).

     

Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. KG, Darmstadt 1981

Authors and Affiliations

  • Edward Senn
    • 1
  1. 1.Rheumaklinik und Institut für Physikalische TherapieUniversitätsspitalesZürichSchweiz

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