Diagnose und Therapie der primären benignen supraklavikulären Lymphangiektasie

  • S. Preyer
  • E. Kaiserling
  • M. Földi
  • H. P. Zenner
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht 1994 der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1994 / 2)

Zusammenfassung

Vier Patientinnen (Alter 22–48 Jahre) wurden wegen chronisch rezidivierender, nichtentzündlicher, tumoröser Schwellungen der Supraclaviculargrube in der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Tübingen vorstellig. In 2 Fällen war die linke Seite, in einem Fall die rechte und bei einer Patientin beide Seiten betroffen. Der Zeitraum zwischen Auftreten der Erstsymptome und der Operation war mit wenigen Wochen bis zu 10 Jahren sehr unterschiedlich. Allen 4 Patientinnen war gemein, daß sie über einen längeren Zeitraum Antikontrazeptiva eingenommen hatten. Bei der Palpation tastete man einen weichen oder derben, nicht druckdolenten, schlecht abgrenzbaren Tumor in der Supraclaviculargrube. In der Halssonographie zeigte sich eine überwiegend hypodense, schlecht abgrenzbare, inhomogene Raumforderung in direkter Nachbarschaft zur V. jugularis interna. In 2 Fällen wurde zusätzlich eine Computertomographie des Halses durchgeführt, welche in einem Fall einen zystischen Tumor von 1 cm Durchmesser, in einem anderen Fall ein entzündliches Ödem zeigte. Bei den zwei anderen Patientinnen ergab die Kernspintomographie des Halses in einem Fall einen Normalbefund, im anderen Fall kleine Lymphknoten und erweiterte Lymphgefäße. Da die klinische Untersuchung und das Ergebnis der bildgebenden Diagnostik keine eindeutige Diagnose zuließen, wurde zum Ausschluß eines malignen Prozesses und zur Therapie der teilweise ausgeprägten Schwellungen eine Ausräumung der Supraclaviculargrube mit Darstellung und Unterbindung des Lymphganges an seiner Mündungsstelle vorgenommen. Intraoperativ fanden sich in allen Fällen vermehrt ektatische Lymphgefäße im Fett-Binde-Gewebe an der Mündungsstelle in die V. jugularis interna. Histologisch stellten sich in allen Fällen zwischen lockerem kollagenfaserhaltigem Fett-Bindegewebe kleine und mittelgroße Lymphknoten dar, in deren Umgebung hochgradig ektatische efferente und afferente Lymphgefäße mit partieller Wandsklerose angeschnitten waren.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • S. Preyer
    • 1
    • 2
  • E. Kaiserling
    • 1
    • 2
  • M. Földi
    • 1
    • 2
  • H. P. Zenner
    • 1
    • 2
  1. 1.TübingenDeutschland
  2. 2.FreiburgDeutschland

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