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Lebensformen der männlichen, gleichgeschlechtlichen Liebe

  • Erhard Künzler
Conference paper
Part of the Lindauer Texte book series (LINDAUER TEXTE)

Zusammenfassung

Als die Leiter der Lindauer Psychotherapiewochen Neue Lebensformen und Psychotherapie zum Leitthema der ersten Arbeitswoche dieses Jahres wählten, entschlossen sie sich, den “homoerotischen“ Lebensformen einen eigenen Vortrag einzuräumen. Sie dokumentierten damit die Notwendigkeit der Information über die in unserer Gesellschaft gelebte gleichgeschlechtliche Liebe und die Diskussionswürdigkeit des Gegenstandes. Daß ein psychotherapeutisches Forum — und noch dazu vom Gewicht und von der Reputation der Lindauer Psychotherapiewochen — begierig ist, von sich aus über die männliche Liebe zu reden, ihr Existenzberechtigung einzuräumen, sie nicht von vorneherein als Pathologie abzustempeln, weist auf eine Neuorientierung in der Geschichte der Psychotherapie hin und läßt mich den Veranstaltern mit allem Nachdruck für ihren innovativen Mut danken. Ihre zweite Kühnheit übertrifft die erste, anstelle eines renommierten Vertreters der Wissenschaft einen Betroffenen um Darstellung zu bitten. Damit brechen sie mit einer festgeschriebenen Tradition: So viel man in über mehr als 100 Jahren in Psychotherapie und Psychoanalyse auch über Homosexuelle als Kranke geredet, geschrieben, geforscht hat, bisher hat man nie mit ihnen als Gleichberechtigten gesprochen, keinen Dialog mit ihnen geführt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Erhard Künzler

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