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Virtuelle Realitäten — Annäherung an einen Mythos

  • Edouard Bannwart
Conference paper
Part of the Reihe Mikrocomputer-Forum für Bildung und Wissenschaft book series (MIKROCOMPUTER, volume 4)

Zusammenfassung

Multimedia — ein kleiner Schritt zur technischen Simulation unserer natürlichen Fähigkeiten zu kommunizieren. Gegenüber uns selbst kämen wir wohl kaum auf die Idee, uns als multimediales Wesen zu bezeichnen, obwohl wir es sind: (3D realtime, truecolor — audio, input + output — haptisch — hochgradig interaktiv — parallel verarbeitend usw.). Was uns als gewaltiger technologischer Sprung ins multimediale Zeitalter vorkommt, ist also nur ein kleines Schrittchen auf dem Weg, unsere eigenen Fähigkeiten zu imitieren. Mittlerweile begreifen wir langsam, daß sich dies mit der spezifisch technischen Nachbildung einzelner Fähigkeiten allein, wie z.B. des Sehens oder Hörens, nur begrenzt simulieren läßt, weil unsere Sinne aufeinander abgestimmt sind und ergänzend funktionieren. Der Wahrnehmungsapparat sowie dessen Handlungskontext sind dermaßen komplex, daß wir jedoch schnell fasziniert sind von jedem kleinen Erkenntnisfortschritt, der uns hoffen läßt, unsere natürlichen Fähigkeiten technisch nachzuahmen. Der neueste Stand der Hoffnung zur technischen Simulation unserer natürlichen Fähigkeiten zu kommunizieren heißt Multimedia, eine Vermengung von audio-visuellen Interaktionsprozessen mittels möglichst vielseitiger Geräte. Auf der Grundlage der digitalen Beschreibungssprache lassen sich dabei Texte, Berechnungen, Graphiken, Filme, Töne mit einer Maschine erzeugen, bearbeiten, miteinander verknüpfen, interaktiv verändern und kommunizieren. Im Gegensatz zu den einzelnen technischen Optimierungen der unterschiedlichen Medien, wird in der „Multimedia — Workstation“ eine Vielzahl von Medien so integriert, daß synergetische Effekte im Sinne eines komfortableren und intelligenteren Informationsmanagements eintreten. Ein Medium, das sich die bestehenden Medien einverleibt, ein Hypermedium. Joachim Sauter von ART+COM hat diesen Vorgang wie folgt illustriert „Gab es bislang nur minimale Überlagerungen zwischen den herkömmlichen 2D-Darstellungen wie Fotographie, Typographie, Illustration und den 3D-Beschreibungen durch Objekt- und Raumpläne oder gar den ‘4D’-Medien, wie Film/ Video oder Ton, so haben sich diese Gestaltungs- und Darstellungsdimensionen durch die Entwicklung der digitalen Medien gegenseitig ständig mehr durchdrungen, hin zu einer multimedialen Schnittfläche. Eine ähnliche Entwicklung ist auf der Seite der Kommunikationstechnolpgie zu beobachten. Printmedien, Tonfilm und EDV sind drei Ursprungsmengen, die über die Digitalisierung aller Bereiche zusammenwachsen und für jeden Anwender verfügbar werden. Das Senden und Empfangen wandelt sich dadurch zunehmend von einem aktiven Produzieren und passiven Aufnehmen zu einem kommunikativen Prozeß, zu einer interaktiven Schnittfläche.Wenn diese beiden Mengen der Gestaltung und der Kommunikation sowie deren jeweilige Schnittflächen gegenübergestellt werden, so ergibt sich daraus ein sich verändernder multimedialer und interaktiver Entwick-lungsraum. Dieser Entwicklungsraum wird sich dahingehend verändern, daß einerseits alle Ursprungsmengen durch die Digitalisierung erfaßt werden und andererseits die Distanz zwischen Gestalten und Senden sich verringert. Die Konzeption und Erprobung von Instrumenten zur Bewältigung dieses multimedialen und interaktiven Entwicklungsraumes wird uns deshalb in der nächsten Zukunft stark beschäftigen. “ Tatsächlich entspricht dieses multimediale Verständigungs-Instrumentarium auch der Tatsache, daß sich die fachspezifischen Notationen wie Formeln, Zeichnungen und Beschreibungen über die gemeinsame Digitalisierungssprache zunehmend verknüpfen lassen. Damit kann das fachspezifische Wissen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit erweitert werden, um die zunehmend komplexeren Sachverhalte und Problemstellungen adäquat anzugehen. Interdisziplinäres Arbeiten ist jedoch nur auf einer gemeinsamen Verständigungsebene möglich, und diese liegt in der Anschaulichkeit der digitalen Daten durch multimediale Darstellungen sowie der damit verbundenen Kommunikationserleichterungen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • Edouard Bannwart
    • 1
  1. 1.ART+COMe.VBerlinDeutschland

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