Die Sozialpflicht zur Organspende. Rechtliche Aspekte moderner Transplantationschirurgie

  • K. Hümmerich
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1992 / 1)

Zusammenfassung

Aufgrund einer Großen Anfrage [5] führte die Bundesregierung im Jahre 1990 aus [6], daß sie die Entwicklung der modernen Transplantationschirurgie bejahe und es begrüße, daß auch die Bevölkerung die Organübertragung inzwischen weitestgehend akzeptiert habe. So sei es im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in der Bundesrepublik durch vielfältige und umfangreiche Aufklärungs- und Werbearbeit gelungen, von den Angehörigen Verstorbener die Zustimmung zur Organentnahme zu erhalten. Die Bundesregierung fördere auch weiterhin über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Aufklärungs- und Werbearbeit des „Arbeitskreises Organspende“, um diesen hohen Grad der Akzeptanz einer erfolgversprechenden Behandlungsmethode zu erhalten. Unter diesen Umständen halte es die Bundesregierung nach wie vor für fraglich, ob in einem Transplantationsgesetz verankerte Bestimmungen, die ohnehin hohe allgemeine Bereitschaft zur Organspende zusätzlich fördern würden. Sie sei vielmehr der Auffassung, daß sich insbesondere eine gesetzlich geregelte „Widerspruchslösung“ im Ergebnis sogar nachteilig auf die Transplantationschirurgie auswirken könne.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1992

Authors and Affiliations

  • K. Hümmerich
    • 1
  1. 1.Anwaltskanzlei Prof. Dr. K. Hümmerich und PartnerBonn 1Deutschland

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