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Histologische Untersuchungen zur Pneumatisationshemmung des Warzenfortsatzes

  • B. Hövelmann
  • A. Rauchfuss
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1991 / 2)

Zusammenfassung

Zahlreiche Untersuchungen haben sich mit der normalen und gestörten Pneumatisation des Schläfenbeins beschäftigt, ohne daß es bisher gelungen ist, ein letztendlich verbindliches Konzept für die Pneumatisationshemmung zu finden. Als Ursachen wurden bisher subakute chronische Entzündungsreize diskutiert, die eine ausgedehnte Mastoidpneumatisation verhindern. Die Knochen des Schädels sind sogenannte Mischknochen, die teils aufgrund enchondraler Ossifikation, teils aufgrund desmaler Ossifikation entstehen. So sind auch die medialen Anteile des Warzenfortsatzes enchondralen Ursprungs, die lateralen desmalen Ursprunges. Neuere Untersuchungen (Ikashiri et al. 1988) zeigen eine Hemmung mehrkerniger Osteoklasten durch Entzündungsprozesse. Hier wurden menschliche, in Serie geschnittene Schläfenbeine der Wittmaakschen Sammlung unterschiedlicher Entwicklungsstadien untersucht, wobei in Einzelfällen elektronenmikroskopische Präparate der Warzenfortsatzpneumatisation beim Hund herangezogen wurden. Neben unterschiedlichen Stadien der Apposition, also des Knochenanbaues, die in frühen postnatalen Stadien der Warzenfortsatzpneumatischen im Antrumbereich typisch sind, finden sich auch lateral Resorptionsfronten. Diese sind erkenntlich am gezacktrandigen Verlauf. Hier finden wir aber im Gegensatz zu anderen Untersuchungen keine mehrkernigen Osteoklasten. Vergleichende elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigen, daß diese einkernigen Osteoklasten der Resorptionsfront vorangehen, wobei sich ihre plumpen Fortsätze gleichsam in den Knochen hineinbohren. Diese lineare oder flache Resorption wurde 1889 von Kassowitz beschrieben und auch glatte Resorption genannt. Diese Sonderform der Ossifikation, die erstmals in langen Röhrenknochen gefunden wurde, ist offensichtlich für den Warzenfortsatz typisch. Bei der Pneumatisationshemmung sieht man glatte Appositionsflächen, die von Osteoblastentapeten überzogen sind, ohne Hinweis auf Resorption der Grundsubstanz durch einkernige Osteoklasten. Hier ist anzunehmen, daß durch die Entzündungsreize die enzymatische Aktivität der Osteoklasten gehemmt wird.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • B. Hövelmann
    • 1
  • A. Rauchfuss
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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