CERA (Cortical Evoked Response Audiometry) im Säuglingsalter

  • B. Dieckmann
  • B. Ross
  • B. Lütkenhöner
  • M. Hoke
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1991 / 2)

Zusammenfassung

Die Erfassung kortikaler auditorisch evozierter Potentiale (CAEP) zur objektiven Hörschwellenbestimmung stand für viele Jahre im Brennpunkt der Forschung. In den siebziger Jahren ist jedoch diese Methode zugunsten der von weniger Einflußgrößen abhängenden und wesentlich leichter zu interpretierenden Hirnstammpotentiale verlassen worden. Nachdem nun in unserem Institut eine neue Strategie zur Erfassung der CAEP entwickelt und bei Erwachsenen klinisch erprobt worden war (Ross et al. 1991), wurde damit begonnen, die Brauchbarkeit dieses Verfahrens auch in der pädaudiologischen Diagnostik bei Säuglingen und Kleinkindern zu testen. Zu diesem Zweck wurden normalhörende Säuglinge sowie Säuglinge mit Verdacht auf eine Hörstörung im Wachzustand untersucht. Um das Vigilanzniveau ausreichend konstant zu halten, wurden die Säuglinge während der Messung mit geräuschlosem Spielzeug beschäftigt. Die Stimulation erfolgt mit Tonbursts unterschiedlicher Trägerfrequenzen (500, 1000, 2000 und 3000 Hz), die monaural und quasisimultan in zufälliger Reihenfolge mit einem Interstimulusintervall zwischen 1,2 und 1,9 Sekunden über einen offenen Kopfhörer dargeboten wurden. Zur Schwellenbestimmung wurde die Stimulusintensität in Schritten von 10 bis 20 dB variiert; dabei wurden jeweils 100 Einzelantworten registriert. Die Entscheidung, ob eine reizkorrelierte Antwort vorliegt, wurde neben der visuellen Betrachtung aufgrund eines objektiven Antworterkennungskriteriums getroffen. Diese Signifikanzanalyse beruhte auf einem Phasenanalyse-test (Lütkenhöner et al. 1991). Die ermittelte CERA-Schwelle wurde mit der BERA-Schwelle desselben Säuglings verglichen (Abb. 1). Das Ergebnis der Phasenanalyse ist im Schwellenbereich eindeutiger als das Ergebnis der visuellen Inspektion. Die CERA-Schwellenwerte konnten durch die BERA-Schwelle bestätigt werden; es zeigt sich jedoch, daß die BERA-Schwelle um ca. 30 dB niedriger ist. Um die Reproduzierbarkeit der CERA-Schwellenergebnisse zur prüfen, wurden die Säuglinge mehrmals unter gleichen Stimulus- und Meßbedingungen untersucht (Abb. 2). Beim Vergleich der Antworten zeigt sich, daß die Form der Potential-schwankungen weitgehend gleich ist. Zwar differiert die Latenz um etwa 30 ms, die CERA-Schwelle ist jedoch bei beiden Messungen gleich, nämlich unterhalb von 50 dB. Die Ergebnisse der Methode sind somit hinreichend reproduzierbar.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • B. Dieckmann
    • 1
  • B. Ross
    • 1
  • B. Lütkenhöner
    • 1
  • M. Hoke
    • 1
  1. 1.MünsterDeutschland

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