Extrakorporale elektrohydraulische Stoßwellenlithotripsie

  • T. Sauerbruch
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 96)

Zusammenfassung

Extrakorporale Stoßwellen wurden 1980 erstmals beim Menschen zur Zerkleinerung von Nierensteinen angewandt [1]. Wir konnten dieses Prinzip auf Gallenblasen- und Gallengangssteine übertragen [5]. Außerhalb des Körpers wird eine hohe Kondensatorspannung erzeugt. Die gespeicherte Energie wird dann durch geeignete Schaltungen stoßartig einem elektroakustischen Wandler zugeführt. Dadurch werden Wellen unter Wasser mit einem sehr raschen Anstieg und hohen Spitzendrücken erzeugt und über eine Wasservorlaufstrecke zu einem Brennfleck fokussiert. Geeignete Vorrichtungen (Ultraschall, Röntgen) erlauben es, menschliche Steine in diesen Brennfleck zu positionieren. Die Zertrümmerung hängt wesentlich von der Energie des Stoßwellenpulses ab. Diese Energie ist dem Spitzendruck des Stoßwellenimpulses, der Dauer des Pulses und der Fokusgröße proportional und umgekehrt proportional der Schallimpendanz des Mediums, in dem sich die Stoßwellen ausbreiten. Der Druck wiederum ist proportional der Kondensatorspannung und der Kondensatorladung. Die Wirkung der Stoßwellengeneratoren beruht auf der Umwandlung von elektrischer in mechanische Energie. Ziel ist es, die Steine so weit wie möglich zu fragmentieren. Dieses Ziel wird durch mögliche Gewebsschädigungen bei zu hohen Stoßwellendosen begrenzt. Die Zerkleinerung von Gallenblasensteinen zeigt eine negative Korrelation zum Volumen der Steine [7]. Bei einer Oberdosis von Stoßwellen, die noch keine zu starken Gewebsschädigungen hervorrufen, können Fragmente bis in den Zentimeterbereich zurückbleiben [7]. Aus diesem Grund wird die extrakorporale Gallenblasensteinlithotripsie mit einer adjuvanten medikamentösen Litholyse [2, 5, 8] kombiniert. Daraus ergibt sich, daß nur Cholesterinsteine behandelt werden können.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • T. Sauerbruch
    • 1
  1. 1.Medizinische Klinik IIUniversitätsklinikum GroßhadernMünchenDeutschland

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