Public health pp 351-361 | Cite as

Bürgerbefragungen als Beitrag gemeindebezogener Berichterstattung und Planung

  • J. von Troschke
  • K. Riemann
Part of the Gesundheitssystemforschung book series (GESUNDHEITSSYST)

Zusammenfassung

Seit ca. 15 Jahren werden weltweit mit Unterstützung der WHO gemeindebezo gene Präventionsansätze erprobt. In epidemiologischen Modellstudien wurde die Bevölkerung von Wohngemeinden als Zielpopulation für Interventionsmaßnahmen genommen und mit entsprechenden Referenzgemeinden verglichen. Bei der Durchführung der Präventionsmaßnahmen stellte sich bald heraus, daß es notwendig war, sich mit den vorgefundenen lokalen, präventiv engagierten Personen und Organisationen zu arrangieren, wenn man die vorgesehenen Innovationen erfolgreich durchführen und stabil implementieren wollte. Die dabei angewandten Strategien zielen darauf, effektivere Maßnahmen zur Gesundheitserziehung, -aufklärung und -beratung in bestehende präventive Versorgungsstrukturen einzubringen, um damit bei der Wohnbevölkerung die Häufigkeit von Risikofaktoren
Tabelle 1.

Raucherverhalten im nationalen und regionalen Untersuchungssurvey (to:1984–1985) (Alter: 25 bis 69 Jahre)

 

Nationales Untersuchungs-survey

Region Berlin-Spandau

Region Bremen

Region Stuttgart

Region LK. Traun-stein

RegionBruchsal/Mosbach

Region Karls-ruhe

Stichprobe (absolut)

       

- Gesamt

4780

1832

1798

1788

1944

2144

1998

- Männer

2297

880

865

859

936

1025

962

- Frauen

2483

952

933

929

1008

1119

1036

Gesamt [%]

       

- Raucher

34,0

44,0

42,6

35,6

26,1

29,9

30,6

- Ehemalige

24,7

23,3

24,1

25,7

22,3

24,6

24,9

Raucher

       

- Nichtraucher

41,3

32,7

33,3

38,7

51,6

45,5

38,5

Männer [%]

       

- Raucher

41,7

53,0

54,3

41,7

34,8

40,3

45,5

- Ehemalige

31,9

29,2

30,1

34,8

30,4

33,5

30,7

Raucher

       

- Nichtraucher

26,4

17,8

15,6

23,5

34,8

26,2

23,8

Frauen [%]

       

- Raucher

26,9

35,8

31,7

29,9

18,1

20,5

28,3

- Ehemalige

18,0

17,9

18,6

17,2

14,8

16,4

19,6

Raucher

       

- Nichtraucher

55,1

46,3

49,7

52,9

67,1

63,1

52,1

(bzw. Morbiditäts- und Mortalitätsraten) statistisch signifikant zu reduzie ren. In wissenschaftlich kontrollierten Evaluationsstudien wurde deshalb der Gesundheitszustand der Bevölkerung mit Befragungs- und Untersuchungssurveys erfaßt und zu mehreren Meßzeitpunkten miteinander verglichen. Ein Studienerfolg wurde dann konstatiert, wenn sich die Meßwerte der Studienpopulation statistisch signifikant in die erwünschte Richtung verändert hatten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • J. von Troschke
  • K. Riemann

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