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Raumvorstellungen und biologische Intelligenz: Anmerkungen aus der Sicht eines Neurobiologen

  • Werner Kriechbaum
Conference paper
Part of the Informatik-Fachberichte book series (INFORMATIK, volume 245)

Zusammenfassung

Um zu untersuchen, wie Orientierungsleistungen zustande kommen, wie räumliches Wissen erworben, verarbeitet und angewendet wird, kann man zwei unterschiedliche — im Extremfall zueinander komplementäre — Ansätze verfolgen: Zum einen kann man versuchen, eine Maschine zu bauen ‘die geht’, d.h. ein künstliches System zu entwickeln, das ein Problem vollkommen unabhängig davon löst, wie es in natürlichen Systemen gelöst wird. Der andere mögliche Ansatz ist, an einem natürlichen System zu untersuchen, ‘wie etwas gemacht wird’, d.h. menschliches und tierisches Verhalten zu untersuchen und die Funktionsweise von Gehirnen zu analysieren. Im folgenden werde ich einige von Neurobiologen mit diesem analytischen Ansatz gewonnene Ergebnisse vorstellen und versuchen, aus ihnen Konsequenzen für die Synthese sich orientierender Systeme abzuleiten. Zuerst werde ich drei Patienten vorstellen, die als Folge eines Schlaganfalls Störungen in ihrer Raumvorstellung erlitten haben. Im zweiten Teil werde ich an Tierbeispielen zeigen, daß in biologischen Systemen die Gestaltung der Sensoren und das Bewegungsmuster nicht unabhängig von dem zu bewältigenden Orientierungsproblem ist und das Modell einer nicht topographisch organisierten Karte am Beispiel von Bienen vorstellen. Da für Menschen, wie die meisten anderen Primaten, Sehen der wichtigste Fernsinn ist, steht bei allen vorgestellten Überlegungen die aus der Analyse visueller Information abgeleitete Raumvorstellung im Vordergrund.

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References

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Werner Kriechbaum
    • 1
  1. 1.Neurologische UniversitätsklinikTübingenDeutschland

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