Möglichkeiten und Techniken mikrovaskulärer Defektrekonstruktion

  • F. X. Brunner
  • R. Hagen
  • J. Müller
Conference paper
Part of the Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie book series (VBDG HNO, volume 1989 / 2)

Zusammenfassung

An der HNO-Klinik Würzburg hat sich für die Rekonstruktion tumorbedingter Defekte nach Resektion von Mundhöhlen-, Oro- und Hypopharynxkarzinomen insbesondere der Unterarmlappen bewährt. Dieser Lappen — 1978 in der Volksrepublik China entwickelt — wurde schnell als ein sehr verläßliches und relativ einfach zu handhabendes Transplantat bekannt. Aufgrund seiner dünnen Konsistenz und Geschmeidigkeit ist der Unterarmlappen auch als Schleimhautersatz geeignet. An der HNO-Klinik Würzburg wird von einem Operationsteam die Halslymphknotenausräumung und die Tumorresektion durchgeführt. Sobald das Ausmaß des tumorbedingten Defektes abzuschätzen ist, wird simultan von einem zweiten Operationsteam mit der Hebung des Unterarmlappens begonnen. Wird ein größeres Lappenvolumen benötigt, beispielsweise zur Zungenrekonstruktion, kann dieser Lappen größer gewählt und partiell desepithelisiert werden. Der mikrovaskuläre Anschluß der A. radialis kann End-zu-End an den Stumpf der A. facialis oder der A. thyreoidea superior geführt werden. Der venöse Anschluß erfolgt in der Regel als End-zu-Seit-Anastomose beider Begleitvenen der A. radialis an die unteren Schilddrüsenvenen. Etwa 10 Tage postoperativ wird vor der Entfernung der Magensonde ein Gastrografinschluck zum Ausschluß einer Pharynxfistel durchgeführt. Die Fäden werden gegebenenfalls endoskopisch entfernt. Dannkann nach Abschluß der Wundheilung die Nachbestrahlung angeschlossen werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • F. X. Brunner
    • 1
  • R. Hagen
    • 1
  • J. Müller
    • 1
  1. 1.WürzburgDeutschland

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