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Tumorsuppressorgene — Bestehen Möglichkeiten ihres therapeutischen Einsatzes?

  • H. zur Hausen
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 95)

Abstract

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich über Zellfusionsuntersuchungen und über den Nachweis konstanter Chromosomenaberrationen die Hinweise gemehrt, daß bei einer deutlichen Zahl von Krebserkrankungen des Menschen der Ausfall negativ regulierender Elemente (sog. Tumorsuppressorgene) eine wichtige Rolle in der Entstehung dieser Krebsformen spielen sollte. Die kürzlich erfolgte Isolierung eines solchen Gens, das bei Retinoblastomen in defekter Form vorliegt, unterstreicht die Wichtigkeit dieses Ansatzes. Wir dürfen davon ausgehen, daß auch beim Cervixcarcinom, bei Lungen- , Brust-, Blasen- und Dickdarmkrebs ähnliche Genfunktionen ausgefalien sind.

Mindestens in der Zellkultur und als Modellsystem in der Fruchtfliege lassen sich entsprechend funktionierende Gene wieder einschleusen und bewirken einen nicht-tumorigenen Phänotyp. Diese Ansätze legen nahe, daß hier ein therapeutisches Konzept entwickelt werden kann, das sich deutlich von bisherigen Ansätzen der Tumortherapie unterscheidet.

Die Probleme einer solchen theoretisch möglichen „Gentherapie“ sind wissen-schaftlich keineswegs gelöst und bedürfen einer eingehenden Grundlagenforschung. Gleichzeitig eröffnen sich aber auch konzeptionell Alternativen aus dem Verständnis der genetischen Kontrolle der Krebsentstehung, die im Vortrag diskutiert werden sollen.

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • H. zur Hausen
    • 1
  1. 1.Deutsches KrebsforschungszentrumHeidelbergDeutschland

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