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Auswirkungen der chronischen Niereninsuffizienz auf das Herz-Kreislauf-System

  • V. Wizemann
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 95)

Abstract

Niere und Kreislaufsystem stehen in einer engen, wechselseitigen Beziehung. Als Ausdruck einer von den Nieren ausgehenden hämodynamischen Wirkung können die Verhältnisse bei renaler Hypertonie bzw. bei Zustand nach bilateraler Nephrektomie herangezogen werden. Steht einmal eine renoprive, kaum therapeutisch zugängliche Hypotonie im Vordergrund, kommt es nach langdauernder renaler Hypertonie neben koronaren Komplikationen zur Ausbildung einer linksventrikulären Hypertrophic Bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz steht das Problem der arteriellen Hypertonie im Vordergrund, wobei eine adäquate Nierenersatztherapie mehr als 90% der Patienten normotensiv macht. Unabhängig von renaler Hypertonie, renaler Anämie, sekundärem Hyperparathyreoidismus entwickelt sich bei dieser Patientengruppe mit einer Prävalenz von ca. 60% eine linksventrikuläre Hypertrophie und bei ca. 30–40% eine sekundäre hypertrophe Kardiomyopathie. Inwieweit die Hypertrophie Ausdruck von Dialyse-assoziierten Stressfaktoren wie intermittierende Hyperhydratation, Dialyse-shuntvolumina, intermittierender inotroper Reiz durch Elektrolytverschiebungen während Dialyse sind oder Folge eines „Urämiefaktors“ ist gegenwärtig unklar. Die Erkennung kardialer Veränderungen bei Patienten mit Nierenersatztherapie ist nicht nur bei der Interpretation von Symptomen wie Herzrhythmusstörungen, symptomatische Hypotonie und Angina pectoris wichtig, sondern auch Grundlage einer individuellen Nierenersatztherapie.

Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • V. Wizemann
    • 1
  1. 1.Medizinische Universitätsklinik IIGießenDeutschland

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