Probleme bei der Übertragung von Fremdsperma; Rechtsauffassung in der Bundesrepublik (insbesondere rechtliche Konsequenzen im Hinblick auf die Eltern und das Kind)

  • M. Heinze
Conference paper

Zusammenfassung

„Retortenbabys“, „Leihmütter“, Kinder mit 5 Eltern, gentechnologische Experimente an Embryos — all dies ist durch die rasche Entwicklung der In-vitro-Fertilisa-tion und des Embryotransfers technisch möglich geworden. Die wissenschaftlichen Fortschritte auf den Gebieten der Fortpflanzungsmedizin und der Gentechnologie und die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten werfen eine Reihe schwerwiegender ärztlicher, ethischer und rechtlicher Fragen auf, welche verstärkt in den Brennpunkt öffentlichen Interesses gerückt sind.1) Auch der Deutsche Juristentag 1986 befaßte sich in seiner Zivilrechtlichen Abteilung mit dem Thema „Die künstliche Befruchtung beim Menschen — Zuläs-sigkeit und zivilrechtliche Folgen“. Seine Gutachten und Referate lassen bereits erkennen, welche hohe Bedeutung die Juristen diesen Vorgängen und Problemen beimessen, wie ungeklärt die rechtliche Problematik aber zugleich noch ist.

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Anmerkungen

  1. 1).
    Die Zahl der Einzelveröffentlichungen aus rechtlicher, medizinischer und philosophisch- bzw. theologisch-ethischer Sicht ist nahezu unübersehbar. Hilfreich ist die umfassende interdisziplinäre Auswahlbibliographie bei E. Bernat (Hrsg.), Lebensbeginn durch Menschenhand, 1985, S. 257 ff.Google Scholar
  2. 2).
    So OLG Karlsruhe, NJW 1986, 1552; SG Gelsenkirchen, NJW 1984, 1839; SG Hildesheim, Urt. v. 19.10.1983 in Breithaupt, Samml. sozialrechtlicher Entscheidungen 1983, Nr. 60; LG Freiburg, VersR 1986, 570; a.A. OLG Stuttgart, NJW 1986, 1553, das der In-vitro-Fertilisation schon die Qualifikation als „Heilbehandlung“ abspricht; LG Bamberg, VersR 1985, 332; LG München, NJW 1984, 2631; AG Nürnberg, VersR 1986, 543.Google Scholar
  3. 2a).
    BGH, NJW 1987, 703 = MedR 1987, 182 (anders noch die Berufungsinstanz OLG Nürnberg-Fürth, NJW 1985, 2203).Google Scholar
  4. 3).
    Stellungnahme vom 7./8. Mai 1984.Google Scholar
  5. 4).
    DÄBI. 1985, 1691 ff.Google Scholar
  6. 5).
    So auch Eicher, MedR 1986, 265 (268); ferner Koch, MedR 1986, 259 (262).Google Scholar
  7. 5a).
    abgedruckt in ZRP 1986, 243. Als Embryo im Sinne dieses Gesetzesentwurfs gilt bereits die befruchtete Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an, ferner jede isolierte totipotente Zelle, die sich zu teilen und zu einem Individuum zu entwickeln vermag.Google Scholar
  8. 5b).
    „Recht“ Informationen des BMJ Nr. 2/87 und Nr.5/87.Google Scholar
  9. 5c).
    24. StRÄG v. 13.1. 1987 (BGBl. I 1987, 141).Google Scholar
  10. 6).
    BVerfG, NJW 1975, 573 ff. = BVerfGE 39, 1 ff.Google Scholar
  11. 7).
    BVerfG, NJW 1975, 573 (574) = BVerfGE 39, 1 (37).Google Scholar
  12. 8).
    Hervorhebung durch Verfasser.Google Scholar
  13. 9).
    BVerfG, NJW 1975, 573 (575) = BVerfGE 39, 1 (37/41).Google Scholar
  14. 10).
    Starck, Gutachten A, Verfassungsrechtliche Probleme, III. 2. b, IV. B. 2. b und Coester-Waltjen, Gutachten B, Zivilrechtliche Probleme, 4. Teil A. II. 1., beide Verhandlungen des 56. DJT, Berlin 1986, Bd.1 Gutachten, A1-B127; ferner Coester-Waltjen, FamRZ 1984, 230 (235); ebenso die Thesen des Deutschen Richterbundes zur Fortpflanzungsmedizin und zur Humangenetik unter L, FamRZ 1986, 229; vgl. auch die „Richtlinien zur Forschung an frühen menschlichen Embryonen“, DÄB1.1985, 3757 (3762).Google Scholar
  15. 11).
    BGH, NJW 1983, 2073 = FamRZ 1983, 686 = BGHZ 87, 169; kritisch zu dieser Entscheidung insbesondere Coester-Waltjen, NJW 1983, 2059 und Giesen, JZ 1983, 552, von dem diese Entscheidung als „rechtsdogmatischer und rechtspolitischer Fehlgriff“ bezeichnet wird; vgl. aber auch neuerdings AG Lüdenscheid, NJW 1986, 784 und AG Dieburg, NJW 1987, 713 zum Verlust des Anfechtungsrechtes wegen Rechtsmißbrauchs sowie LG Duisburg, NJW 1987, 1485 zur Unterhaltsverpflichtung nach erfolgreicher Anfechtung.Google Scholar
  16. 12).
    Vgl. zum gesetzlichen Erbrecht des auf nicht-natürlichem Wege erzeugten Kindes. Mansees, FamRZ 1986, 756 ff.Google Scholar
  17. 13).
    Vgl. zu diesen noch ungeklärten Haftungsproblemen Giesen, JR 1984, 221 ff.; Coester-Waltjen, FamRZ 1984, 230 (232); Schlund, Geburtsh. und Frauenheilkunde 1984, 60 ff; Deutsch, Arztrecht und Arzneimittelrecht, 1983, Rz.257; Brenner, Arzt und Recht, 1983, B. II. 23 (S.134); Kollhosser, JA 1985, 553 (557).Google Scholar
  18. 14).
    Dazu, daß die Gebärende als Mutter im statusrechtlichen Sinne anzusehen ist, siehe den Bericht der gemeinsamen Arbeitsgruppe des Bundesministers für Forschung und Technologie und des Bundesministers für Justiz (sog. Benda-Kommission), In-vitro-Fertilisation, Genomanalyse und Gentherapie, 1985, S.19, veröffentlicht in Gentechnologie -Chancen und Risiken, Bd. 6; Coester-Waljen, Gutachten B für den 56.DJT 1986, 4.Teil B. IL 1, a.a.O. (Fn.10); E. Bernat, Lebensbeginn durch Menschenhand, 1985, S.165.Google Scholar
  19. 15).
    Vgl. Coester-Waltjen, Gutachten B für den 56. DJT 1986, 4.Teil C. II., a.a.O. (Fn. 10).Google Scholar
  20. 16).
    Vgl. zur Zuordnungsproblematik bei der sog. „Ersatzmutterschaft“ bzw. „Tragemutterschaft“ Coester-Waltjen, Gutachten B für den 56.DJT 1986, 3.Teil B. L, IL, 4.Teil C. III., a.a.O. (Fn. 10); zur Sittenwidrigkeit eines „Leihmutter-Vertrages“ vgl. OLG Hamm, NJW 1986, 781.Google Scholar
  21. 17).
    Von einer „vorsichtigen Analogie“ spricht Coester-Waltjen, Gutachten B für den 56.DJT 1986, 4.Teil B. IL 2., a.a.O. (Fn.10); vgl. auch Coester-Waltjen, FamRZ 1984, 230 (233); gegen ein Anfechtungsrecht Kollhosser, JA 1985, 555 (mit Ausnahme für die „Tragemutter“); Zweifel an einem „analogen“ Anfechtungsrecht äußern die Richtlinien zur Durchführung von IVT und ET als Behandlungsmethode der menschlichen Sterilität, DÄB1.1985, 1691 ff., Anhang I. 5. (S.1696).Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1988

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  • M. Heinze

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