Zusammenfassung

Vaskulitiden können von neurologischer Seite entsprechend der unterschiedlichen Manifestationen als Polyneuropathien, Myelitiden, Myopathien, Enzephalopathien oder auch als Mischformen diagnostiziert werden (Tabelle 1). In unserem Krankengut der Jahre 1980–1985 wurden bei 41 Patienten (22 Frauen und 19 Männern im Alter von 29–76 Jahren, im Mittel von 50 Jahren) Vaskulitiden diagnostisch gesichert. Dabei handelte es sich in 31 Fällen um vaskuläre Enzephalopathien, in 3 Fällen um Myelopathien, in 5 Fällen um Neuropathien, in 3 Fällen um Myopathien. Eine Vaskulitis galt als gesichert, wenn entweder in der Angiographie langstreckige Gefäßstenosen — meist mehrere Versorgungsgebiete zerebraler Gefäße betreffend —, in der Gefäßbiopsie, Muskelbiopsie und Beckenkammbiopsie entzündliche perivaskuläre Infiltrationen nachgewiesen werden konnten und gleichzeitig im Serum Entzündungsparameter pathologisch erhöht waren. In 22 Fällen lagen gleichzeitig systemisch-immunologische Erkrankungen vor oder waren aus der Anamnese bekannt. Typische pathologisch veränderte Laborergebnisse: mäßig bis stark erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, CRP, Eisenmangelanämie. Im Liquor lagen oft vor: geringe Pleozytose, geringe Gesamteiweißerhöhung, isoliert erhöhtes Immunglobulin G, Nachweis oligoklonaler Banden in 65% der Liquores. Inkonstant verändert waren andere immunologische Parameter im Serum. Entsprechend der Ergebnisse klinischer Untersuchungen, apparativer und labordiagnostischer Zusatzbefunde, wurden die Lokalisation, der Schweregrad und der Verlauf der vaskulitischen Manifestation bei der therapeutischen Entscheidung berücksichtigt. Die Therapie war in den meisten Fällen hochdosiert mit Kortison eingeleitet worden, z.T. parallel mit rheologischer Therapie bei vaskulärer Enzephalopathie, und dann mit Imurek als Langzeitbehandlung — je nach Schwere der Erkrankung — fortgesetzt worden. Hinweis für möglicherweise immunologische reaktive Faktoren in der Vorgeschichte waren: starker Nikotinabusus, Hepatitis B, Lues, andere Vaskulitiden.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • U. Kauerz
  • K. Kunze

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