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Qualitätssicherung in der Operativen Frauenheilkunde über ein Dialogorientiertes Datenverarbeitungssystem

  • H. H. Bräutigam
  • R. Hegerfeld
Conference paper
Part of the Medizinische Informatik und Statistik book series (MEDINFO, volume 64)

Zusammenfassung

Jede Epoche der Medizin, deutlicher gesagt, jede Epoche ärztlicher Tätigkeiten, re­flektiert auch die Ansprüche der Gesellschaft an eben diese ärztlichen Tätigkeiten. Sie wurden im Mittelalter durch Mystizismus, Aberglaube und Okkultismus ebenso beein­flußt wie heute durch die Entwicklung moderner Kommunikationstechnologien. Aus Diag­nose und Therapie sind die Fortschritte, die die Elektronik ermöglicht, nicht mehr wegzudenken. Eine naturwissenschaftlich begründete Medizin, sie ist gewiß nicht aus­schließlicher Ansatz für die Behandlung Kranker, ermöglicht exakte, naturwissenschaft­lich begründete objektive Analysen. Diese sollten aber nicht nur Grundlagen von Diag­nostik und Therapie sein, sie können auch als Instrumentarium einer Beurteilung der ärztlichen Tätigkeit dienen. SCHEGA, dem Krefelder Chirurgen, ist zuzustimmen, daß die Qualität immanenter Teil ärztlicher Berufsausübung darstellen soll. Dieser Ge­danke ist nicht neu, neu ist aber auch nicht, daß die Umsetzung dieser Gedanken in die ärztliche Praxis von nicht gerade geringen Schwierigkeiten begleitet ist. Und gewiß stellen diese auch die Gründe dar, daß die Qualitätssicherung und die ersten Versuche einer Realisierung nur zögernd vorankommen. In der Anwendung moderner Kom­munikationstechniken sind Angehörige anderer Berufsgruppen den Ärzten weit voraus. Wir Ärzte zögern noch, diese in unserer Tätigkeit zu nutzen. Nicht wenige unserer Kollegen sehen in der Anwendung der elektronischen Datenverarbeitung noch so etwas wie einen verspäteten Spieltrieb. Sie begreifen nur schwer, daß mit dieser Form der Datenerfassung und -auswertung auch die Qualität ärztlicher Dienste eben wegen der möglichen Transparenz verbessert werden kann. Die kaufmännische Krankenhausleitung läßt keinen Zweifel daran, daß eine vernünftig angewandte Datenerfassung auch zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit stationärer Krankenhausleistungen beitragen kann. Der Verordnungsgeber will dies in der Bundespflegesatzverordnung realisiert sehen. Gewiß ist dies nicht ärztliches Hauptanliegen bei der Hereinnahme der EDV. Ebenso darf die Qualitätssicherung mit Hilfe der Datenverarbeitung nicht als Rüst­zeug für die sogenannte Defensivmedizin gelten. Qualitätssicherung mit der hierzu notwendigen Datenerfassung soll auch keinen Fluchtweg aus der zunehmenden Verrecht­lichung ärztlicher Tätigkeit darstellen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • H. H. Bräutigam
    • 1
  • R. Hegerfeld
    • 1
  1. 1.Frauenklinik des MarienkrankenhausesDeutschland

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