Zusammenfassung

Zu Beginn der Sitzung gab Coper folgende kritische Übersicht:

Die Pharmakokinetik von Psychopharmaka im höheren Lebensalter unterscheidet sich sicherlich nicht prinzipiell von anderen Pharmaka. Sie verhält sich bei Patienten im höheren Lebensalter auch nicht grundsätzlich anders als bei jüngeren Personen. Es gibt zahlreiche Hinweise, nach denen ältere Menschen Pharmaka, die unverändert ausgeschieden werden, aufgrund einer mehr oder weniger ausgeprägten Einschränkung der Nierenfunktion langsamer eliminieren. Im Alter werden auch einige Pharmaka mit geringerer Geschwindigkeit verstoffwechselt. Eine strenge Systematik und Gesetzmäßigkeit ist bisher nicht gefunden worden. Ob eine Unter- oder Überdosierung durch veränderte Pharmakokinetik besteht, muß im Einzelfall festgelegt werden. Mit der Aufzählung entsprechender Befunde läßt sich viel Zeit verbringen und Information vermitteln. Mit ihr werden aber keine gedanklich neuen Gesichtspunkte eröffnet, was der Sinn dieser Veranstaltung sein soll. Interessant und diskussionswürdig scheint mir die Frage, wie stark eine Abweichung in der Kinetik eines Arzneimittels sein muß, um für die Therapie bzw. für das Auftreten von unerwünschten Begleiteffekten von Bedeutung zu sein. Schon bei jüngeren Personen ist bei gleicher Dosierung die Variabilität der Serumkonzentrationen vieler Psychopharmaka erheblich. Allein bei Benzodiazepinen kann die im Blut gemessene Menge nach akuter Gabe um den Faktor 20 schwanken, im „steady state“ noch um 5. Dieser enorme Streubereich wird bei alten Menschen sicher nicht kleiner sein.

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • R. Zimmer

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