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Familientherapie

  • Ewald Johannes Brunner

Zusammenfassung

Das nun folgende Kapitel enthält keine inhaltliche Darstellung der Familientherapie (vgl. hierzu die Literaturhinweise in der Einleitung). Grundfragen der Familientherapie möchte ich ja an denjenigen Themen exemplarisch aufzeigen, die für den familientherapeutischen Ansatz ganz generell gelten. Ich gehe dazu vom Begriff „Familientherapie“ aus, versuche die Unzulänglichkeit dieser Bezeichnung zu verdeutlichen und stelle — bewußt paradox — die familientherapeutische Denkweise an einem nicht-familialen Beispiel vor (Abschnitt 1.1.). Es folgen einige Bemerkungen zur historischen Entwicklung des Familientherapiekonzepts (1.2.) und schließlich einige der in der Literatur genannten Kernaussagen der familientherapeutischen Vorgehensweise (1.3.).

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Notes

  1. 1.
    Es sei schon an dieser Stelle daraufhingewiesen, daß der Begriff „Kontext“ bei BATESON anders verwendet wird als in der übrigen familientherapeutischen Literatur. BATESON gebraucht den Begriff „Kontext“ offenbar synonym zur inzwischen üblichen Bezeichnung „System“. BATESON meint das System, das das Individuum zusammen mit den relevanten Beziehungen zu Elementen seiner Umgebung bildet; das Individuum selbst ist also Teil des „Systems“, das von BATESON mit dem Begriff „Kontext“ bezeichnet wird. Der in der Familientherapie übliche Gebrauch des Begriffs „Kontext“ meint die spezifische Einbettung einer Kommunikationssituation in Raum und Zeit. So zeichnet sich nach HALEY etwa eine vollständige Kommunikation durch vier konstituierende Bestandteile aus: Sender, Inhalt, Empfänger und Kontext einer KommunikationssequenzGoogle Scholar
  2. 2.
    Bateson schreibt an dieser Stelle: „In my own work with the Iatmul tribe on the Sepik River in New Guinea, I had found that various relations among groups and among various types of kin were characterized by interchanges of behavior such that the more A exhibited a given behavior, the more B was likely to exhibit the same behavior. These I called symmetrical interchanges. Conversely, there were also stylized interchanges in which B’s behavior was different from, but complementary to, that of A. In either case, the relations were potentially subject to progressive escalation, which I called schismogenesis. I noted at that time that either symmetrical or complementary schismogenesis could conceivably lead to… the breakdown of the system.“ (Hervorh. i. O.; vgl. hierzu auch die Ausführungen in Abschnitt 1.1. zum symmetrischen und komplementären Transaktionsmodus.)Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. die unzutreffende Bemerkung des Autors: „Man kann sagen, daß in der zeitgenössischen Psychologie das holistisch-systemische Paradigma überwiegt“; a. a. O., S. 20Google Scholar
  4. 4.
    Die Therapie kann auch eine der Familie sehr nahestehende Person einschließen, die nicht im Hause der Familie selbst wohnt, jedoch für den „psychischen Haushalt“ der Familie von großer Bedeutung ist. Zwei sehr instruktive Beispiele finden sich bei Selvini Palazzoli/Prata (1985, S.280). — Auf die diesem Zusammenhang wichtige Mehr-Generationen-Perspektive sei ausdrücklich hingewiesen ( vgl. Haley, 1977; Stierlin, 1975; Sperling U. a., 1982)Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. hierzu die treffende Charakterisierung bei Satir (1975 a, S. 37): „… I think the difference between whether or not a family grows, a family that comes asking for help, first, foremost, and primarily, has to do with the therapist and his input. Now, that puts — not exactly a burden — but a big chunk of responsibility on the therapist“Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Ewald Johannes Brunner
    • 1
  1. 1.Arbeitsbereich Pädagogische PsychologieUniversität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft ITübingen 1Deutschland

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